Agnes Primocic

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Radiokolleg

Frauen mit Courage: Filmreif (2)

Küchengespräche mit Rebellinnen: Agnes Primocic

Agnes Primocic arbeitete in den 1920er und 1930er-Jahren in der Halleiner Zigarettenfabrik und setzte sich dort als Betriebsrätin gegen die Ausbeutung der sogenannten "Tschikweiber" ein. Als Parteimitglied der Kommunistischen Partei Österreichs kämpfte sie gegen den aufkommenden Austrofaschismus und unterstützte mit der "Roten Hilfe" politische Verfolgte. Zur Zeit des Nationalsozialismus war sie aktiv im Widerstand tätig und wurde mehrmals verhaftet. Sie verhalf drei KZ-Häftlingen zur Flucht und konnte durch ihre Courage 17 bereits zum Tode Verurteilte kurz vor Kriegsende retten.

Über ihr bewegtes Leben wurden einige Filme gedreht: "Nicht stillhalten, wenn Unrecht geschieht" von 2002, gedreht von Uwe Bolius und Robert Angst. Außerdem der Film "Mehr als das Leben" von Christine Pramhas und Uli Ramsauer. Die Regisseurin Karin Berger setzte ihr mit ihrem legendären Film "Küchengespräche mit Rebellinnen" 1984 ein Denkmal - lange bevor sie zur Ehrenbürgerin von Hallein ernannt und das Goldene Verdienstzeichen des Landes Salzburg 2005 überreicht wurde. 2023 ist das autobiografische Werk "Der Himmel ist blau. Kann sein" mit ihren Erinnerungen im Promedia Verlag neu aufgelegt worden.

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Literatur:

Karin Berger/Elisabeth Holzinger/Lotte Podgornik/Lisbeth N. Trallori (Hg): Der Himmel ist blau. Kann sein. Promedia Verlag 2023

M. Zehetner (Hrsg.): Nicht stillhalten, wenn Unrecht geschieht, Die Lebenserinnerungen von Agnes Primocic, 2004 Akzente-Verlag, Salzburg

Ingrid Bauer: "Tschikweiber haums uns g'nennt …". Die Zigarrenfabriksarbeiterinnen von Hallein. Frauen. Arbeit. Geschichte, Berlin: Die Buchmacherei 2015 (erweiterte Neuausgabe; Ersterscheinung 1988)

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