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Radiodoktor - Medizin und Gesundheit

03. Gelenkknorpel

Aufbau, Funktion und Schäden

Gelenkknorpel sind Knorpelschichten innerhalb eines Gelenks wie z. B. im Knie. Bei jeder Bewegung wirken sie wie Stossdämpfer und federn die Belastung, die auf das Gelenk wirkt ab, indem sie den Druck und somit die Belastung umverteilen.

Der Gelenkknorpel besteht im Vergleich zu anderen Geweben aus wenigen Zellen, nämlich:

  • den Knorpelzellen (Chondrozyten, etwa zwei Prozent) und
  • zellfreier Grundsubstanz, der so genannten Knorpelmatrix.
Gelenkknorpel können bis zu acht Millimeter dick werden.

Ernährung des Knorpels
Im Knorpel selbst gibt es keine Lymph-, oder Blutgefäße. Ernährt wird er durch die Synovialflüssigkeit, besser bekannt als "Gelenkschmiere". Sie hat sowohl die Aufgabe Nährstoffe zuzuführen, als auch Abbauprodukte abzutransportieren.

Unterstützt wird dieser Stoffwechselvorgang durch Bewegungen des Gelenks. Wer sich also viel bewegt, ohne dabei die Gelenke permanent zu überlasten, kann davon ausgehen, dass er damit nicht nur seinem Herz-Kreislaufsystem etwas Gutes tut, sondern auch seinen Gelenkknorpeln. Ein weiterer Faktor für die Funktionstüchtigkeit des Knorpels ist sein Flüssigkeitsgehalt. Je höher der Wassergehalt, desto günstiger.

Die Knorpelgrundsubstanz
Die vom Knorpel gebildete Grundsubstanz enthält vor allem Bindegewebe (Kollagen) und eiweißhaltige Zuckerbaustoffe (Proteoglykane).

Kollagen bildet das Gerüst des Knorpels und sorgt für eine adäquate Stütze.

In diesem Gerüst befinden sich die Proteoglykane. Sie gewährleisten die Elastizität des Knorpels. Denn Proteoglykane binden Wasser und quellen auf.

Entstehung von Knorpelschäden
Die Ursachen für den Verlust des Knorpels sind vielfältig. Am häufigsten kommt durch den verlangsamten Stoffwechsel im fortgeschrittenen Alter zu Knorpelschäden (Arthrose). Die Gelenkknorpel werden rauer und poröser. Die Widerstandskraft lässt nach.

Ebenso kann eine permanente Überlastung der Gelenkknorpel (z. B. durch übertriebenen Sport, bei beruflicher Schwerarbeit oder durch Übergewicht) auch schon in jungen Jahren zu Schäden führen.

Weiters können Unfälle, angeborene Fehlformen der Gelenke (wie z. B. eine Achsenfehlstellung wie X- oder O-Beine usw.), Stoffwechselstörungen usw. zu ausgeprägten Knorpelschäden führen.

Der Knorpel wehrt sich …
Kommt es zu Überbelastungen, die den Knorpel und letztendlich auch das Gelenk schädigen, "kontern" die Knorpelzellen mit einer Gegenstrategie. Sie steigern ihre Knorpelproduktion. Dieser Reparaturmechanismus kann den Knorpel zwar jahrelang, aber leider nicht ewig schützen. Irgendwann kann sich der Knorpel nicht mehr "selbst heilen", und es kommt zu einem kontinuierlichen Gewebeverlust.

Welche genauen Mechanismen beim Zerfall eines Knorpels beteiligt sind, und wie man diesen Prozess aufhalten kann, ist derzeit Gegenstand vieler Forschungen.

30.09.2005

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