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Talentebörse

Sergey Malov, Violine

Von St. Petersburg ans Salzburger Mozarteum

Er stammt aus einer russischen Musikerfamilie: Sergey Malov, der seit 2001 an der Mozarteum Uni Salzburg studiert. Heuer gewann er bereits den Mozart-Preis sowie den Gradus-Bewerb. Im Februar konzertiert er mit dem Litauischen Symphonie Orchester.

S. Malov: Bach, Mozart, Tschaikowsky (Ausschnitte)

"Geige zu spielen war für mich etwas ganz Selbstverständliches, denn meine Mutter ist Geigenlehrerin. Ich bin bei der Musik geblieben - und für den Fußball, der mich auch sehr interessierte und bis heute interessiert, war es dann zu spät. Ich habe meinen eigenen Weg gefunden und bin heute sehr zufrieden mit dieser Wahl", erzählt Sergey Malov, gebürtiger Russe, Jahrgang 1983, der aus einer St. Petersburger Musikerfamilie stammt, bereits mit sechs Jahren seinen ersten Unterricht bei Tatiana Liberova erhielt und die dortige Musikhochschule absolvierte.

Seit 2001 studierte er an der Universität Mozarteum in Salzburg zunächst bei Helmut Zehetmair und Igor Ozim und nun bei Thomas Riebl Geige und Bratsche. 2007 wird er sein Bakkalaureat-Studium beenden und danach mit dem Magister-Studium abschließen.

Der erfolgreiche Nachwuchs-Geiger absolvierte 2003/04 auch ein Auslandssemester an der Königlichen Musikhochschule in Madrid. Und studiert nun auch Bratsche: "Beim Mozarteum Orchester gab es wenige Bratschisten und so hat man mich gebeten, dieses Instrument zu spielen. Es fällt mir leicht und macht mir Spaß, beide Instrumente zu spielen. Und der Unterschied zur Geige ist nicht sehr groß. Aber mein Hauptinstrument bleibt die Geige", so Malov.

Vom Reichtum des Ausdrucks fasziniert

"Der Klang der Geige kommt der menschlichen Stimme wohl am nächsten, daher ist es das Ziel jedes Geigers, diese Ausdrucksmöglichkeiten zu erreichen. Außerdem hat die Geige ja noch mehr Register als die menschliche Stimme. Mit diesem Instrument hat man wahrscheinlich die reichste Palette an Ausdrucksmöglichkeiten", beschreibt Malov seine Begeisterung für die Geige.

Immer in Form sein

"Man muss ständig in Form sein, vor allem als Solist. Und der Körper muss fließend gehalten werden. Denn die nötige Motorik der linken Hand ist eine große Herausforderung - und das ist eine Frage des ganzen Körpers. Bei Klavier oder Cello z.B. ist man viel zentrierter, nicht so bei der Geige. Ich bin sehr sportlich, spiele Fußball, gehe ins Fitnessstudio, mache Gymnastik und Chi Gong, um meinen Körper fit zu halten", erklärt der junge Geiger.

Von Salzburger Chamber Soloists bis zu Petersburgern

Und der erfolgreiche Nachwuchsgeiger, zu dessen Repertoire Werke von u.a. Bach, Mozart, Paganini, Mendelssohn-Bartholdy, Beethoven, Tschaikowsky, Bartok, Berg, Strawsinsky und Sibelius zählen, hat auch bereits zahlreiche Erfahrungen als Solist:

So hat Malov bereits mit den St. Petersburger Philharmonikern, dem Eremitage Orchester St. Petersburg, der Bayerischen Kammerphilharmonie, dem Kaliningrad Symphonie Orchester, den Salzburger Chamber Soloists, dem Orchester des "Teatro Carlo Felice" in Genua sowie mit dem RSO Wien konzertiert.

Beethoven mit Litauischem Symphonie Orchester

Über mangelnde Nachfrage kann der Nachwuchsgeiger nicht klagen: Am 7. Februar 2007 wird Sergey Malov mit dem Litauischen Symphonie Orchester mit dem Beethoven-Violinkonzert in Vilnius debütieren.

Davor steht für Malov ein Solistenkonzert beim renommierten Sommets Musicaux de Gstaad in der Schweiz auf dem Programm, am 16. Februar wird er in St. Petersburg mit den Ysaye-Sonaten zu hören sein und am 26. Februar in Bergamo in Italien ein Recital, bei dem er italienisches Repertoire spielen wird, geben.

"Gebildeter und inspirierter Musiker"

Unter dem Titel "Filigranes Spiel und musikalische Stärke mit hoher technischer Fertigkeit" berichtete ein Kritiker begeistert über das junge Talent Sergey Malov:

"Der junge Geiger aus St. Petersburg ist die ideale Mischung aus der technischen Souveränität der russischen Geigerschule und dem musikalischen Raffinement eines gebildeten und inspirierten Musikers."

Zahlreiche renommierte Preise

Inzwischen ist der Name des jungen Geigers ein Begriff in der Fachwelt und er wurde bereits mit zahlreichen nationalen und internationalen Preisen ausgezeichnet:

So gewann Sergey Malov 1996 den ersten Preis in St. Petersburg, 1998 wurde er Zweiter in Weimar, 2001 erhielt er in Gorizia in Italien den Ersten Preis. In diesem Jahr gewann er den Mozart-Preis 2006 für Violine, war Finalist und Sonderpreisträger beim renommierten Paganini-Wettbewerb in Genua und errang beim Gradus-ad-Parnassum-Wettbewerb in Wien den ersten Preis für Violine.

Mehr zum Gradus-ad-Parnassum-Wettbewerb in oe1.ORF.at

Bei Künstler Agentur Delage

Durch den Brahms-Wettbewerb in Pörtschach kam Malov im Vorjahr mit dem Wiener Agenten Laurent Delage in Kontakt - und wird seither von ihm vertreten: "Mein Engagement für das Konzert in Vilnius ist durch Herrn Delage zustande gekommen. Wir verstehen uns sehr gut und er ist eine wichtige Stütze, denn ich könnte alleine gar nicht alle nötigen Kontakte knüpfen", so Malov.

Mit Top-Musikern konzertieren

Derzeit bereitet sich das musikalische Ausnahmetalent, das außer Russisch und Deutsch auch noch Englisch, Italienisch, Spanisch und Ungarisch spricht und später auch gerne pädagogisch tätig sein möchte, vor allem auf seine bevorstehenden Konzerte vor.

Und welche Wünsche hat der gefragte Geiger? "Außer mit guten Orchestern und Top-Kammermusikern zusammen arbeiten zu dürfen, habe ich eigentlich keine. Denn es bewegt sich jetzt künstlerisch sehr viel bei mir - und wie es aussieht, kommt alles rechtzeitig. Und ich möchte nichts unnatürlich beschleunigen", so Sergey Malov.

Gestaltung: Matthias Osiecki · 30.12.2006

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