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Die Geschmacks-Automaten

Die Ermittlung von Geschmacksvorlieben

Die beiden Online-Musikplattformen Pandora und Last.fm bieten Musikfans personalisierte Radio-Wunschprogramme. Pandora setzt dazu auf das Urteil von Experten, Last.fm auf die kollektive Weisheit seiner Nutzer.

Die Betreiber der Pandora-Plattform begannen bereits vor sieben Jahren mit der Entwicklung eines komplexen Musik-Empfehlungssystems. Mit Hilfe von Musikern und Musikwissenschaftlern hat die Firma seitdem rund eine halbe Millionen Songs untersucht.

Jeder Titel wird dabei mit Hilfe von mehr als 400 musikalischen Kriterien beurteilt. So analysieren die Pandora-Experten Klang, Lage und Tonumfang der Gesangsstimme.

(c) ORF, Schimmer

Online-Radiostationen setzen auf komplizierte Algorithmen und kollektive Filter, um ihren Nutzern personalisierte Wunschprogramme zusammenzustellen.

Musikalische DNA

Bei Pandora bezeichnet man diese Merkmale als musikalische DNA und den Katalog aller untersuchten Songs als Music Genome Project. Die Radio-Plattform nutzt diese Informationen, um zueinander passende Songs zu finden.

"Du startest das Angebot, indem du den Namen eines Songs oder Musikers eintippst, der dir gefällt", erklärt Pandora-Mitbegründer Tim Westergren. "Pandora durchsucht dann das gesamte Music Genome Project nach Songs, die eine ähnliche DNA besitzen."

Das Wissen der Masse

Last.fm besitzt einen völlig anderen Ansatz, um sich dem Musikgeschmack seiner Nutzer zu nähern. Anstatt auf Experten zu setzen, vertraut man dort lieber auf die Kompatibilität von Menschen mit ähnlichen musikalischen Interessen.

Last.fm sucht für jeden Nutzer gezielt nach musikalischen Nachbarn, die den eigenen Geschmack teilen, und erstellt mit deren Hilfe eine persönliche Radiostation.

Die Plattform setzt zudem auf zahlreiche soziale Komponenten. So können Nutzer sich gegenseitig Songs empfehlen und wie bei Myspace und Co. Listen von Freunden anlegen.

Last.fm-CEO Felix Miller sieht in diesen sozialen Komponenten einen deutlichen Unterschied zu Pandora: "Wir denken, dass man das auch alles nicht wirklich unwissenschaftlich beschreiben kann."

Kein Ersatz für Musik-Kauf

Personalisierte Radio-Plattformen sind in der Vergangenheit bereits häufiger von Plattenfirmen kritisiert worden. Der Musikwirtschaft behagt der Gedanke nicht, dass Nutzer die Radios an Stelle klassischer Musik-Bezugsquellen nutzen könnte.

Miller weiß jedoch aus eigener Erfahrung vom Gegenteil zu berichten. "Seitdem ich Last.fm höre, kaufe ich auch mehr Musik", erklärt er. "Sachen, die ich gut finde, will ich zu Hause auf Platte haben."

Tim Westergren von Pandora sieht das ähnlich. Sein Urteil: "So lange ein Radio dir nicht sagt, welcher Song als nächstes kommt, ist es Promotion, und Plattenfirmen sollten es unterstützen."

08.10.2006

Hör-Tipp
Matrix, Sonntag, 8. Oktober 2006, 22:30 Uhr

Download-Tipp
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Links
Pandora
Last.fm

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