Teil 8 - "Doppelkopf"

Walter Pichler

Walter Pichler ist seit langem einer der wichtigsten bildenden Künstler Österreichs. Selten verkauft er seine Werke, erhältlich sind meistens nur Skizzen, die als Vorstudien zur Bildhauerei entstehen, wie der "Doppelkopf" für die Ö1 Grafik-Mappe.

Im September wird eine seiner seltenen Ausstellungen in der Berliner Galerie "Contemporary Fine Arts" in den Sophie-Gips-Höfen in Berlin-Mitte, unweit der Museumsinsel, zu sehen sein. Hier wird man auch erstmals von Walter Pichler geschaffene Plastiken sehen können.

Walter Pichler ist seit langem einer der wichtigsten bildenden Künstler Österreichs, doch lebt er die Antithese zum Kunstmarkt. "Ich finde, dass Kunst anders gehandhabt gehört, wenn sie ihre Wirkungsweise behalten soll", meint Pichler, "sonst wird sie Handelsware, und man selbst enthebt sich seines aufständischen Potenzials", sagte er in einem "Diagonal"-Porträt von Ute Woltron.

Nur Vorstudien erwerbbar

Pichler nimmt keine Aufträge an, er verkauft seine Plastiken nicht, und nur ganz selten gibt er sie für Ausstellungen her. Verkauft werden Zeichnungen; Skizzen, Grafiken, die meist als Vorstudien zur Bildhauerei entstehen, wie der "Doppelkopf" für die Ö1 Jubiläums-Edition.

"Es gibt sehr viele Skulpturen von mir, die das zum Thema haben. Ich bin selber erstaunt gewesen, als ich merkte, wie sehr mich dieses Thema - seit 45 Jahren - beschäftigt. Diese Köpfe, die deuten eine leichte Schizophrenie an, aber das ist ja ganz normal", sagt Walter Pichler.

Kopflastige Arbeit

Ob er hier an potenzielle Käufer gedacht habe? "Nein, das spielt in meinem Denken keine Rolle". Die Werke entstehen in Zusammenhang mit seiner Arbeit, in diesem Fall der großen Pichler-Retrospektive in Berlin, die den Titel "Es ist doch der Kopf" haben wird.

"So eine Arbeit, wie ich sie mache, die ist doch ziemlich kopflastig", sagt Pichler, "darum bin ich sehr froh, dass ich hie und da eine freiere Zeichnung machen kann. Die Skulptur ist eine große Disziplinarsache, das geht über Monate, Jahre oft, bis das gültig die Form hat, mit der ich dann halbwegs zufrieden bin. Und darum ist es sehr wichtig für mich, begleitend Zeichnungen zu machen, Lockerungsübungen sind das fast".

Ob er mit dem "Doppelkopf" zufrieden ist? "Es ist eine schöne Zeichnung geworden. Und der Beitrag des Drucker ist wesentlich, Kurt Zein kenn' ich schon ewig. Ich mache wenig Radierungen. Eigentlich bin ich Grafiker, ich hab' das studiert in Wien, und dann in Paris, um mich zu perfektionieren, und habe dann nie wieder was gemacht".

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Tipp
"Doppelkopf", eine der seltenen Radierungen des Grafikers, Bildhauers und Architekten Walter Pichler, entstand 2006 für Ö1, Plattengröße: 40 x 30 cm, gedruckt im Jänner 2007 von Kurt Zein auf Zerkall-Bütten 270 g, 76 x 53,5 cm, für Ö1 Club-Mitglieder um EUR 780,- erhältlich. Die Grafik ist ausverkauft.