Endre Koreh, Mitglied des Mozart-Ensembles

Er debütierte schon mit 23 an der Budapester Oper und zählte in der Nachkriegszeit zum legendären Wiener Mozart-Ensemble: der ungarische Bassist Endre Koreh. Im Rahmen seiner internationalen Karriere erarbeitete er sich ein umfangreiches Repertoire.

Er zählte zum legendären Mozart-Ensemble der Wiener Staatsoper in der der Nachkriegszeit: der ungarische Bassist Endre Koreh, der am 13. April 100 Jahre alt wäre.

Koreh wurde in Sepsiszentgyörgy in Ungarn geboren und debütierte bereits mit 23 Jahren als Sarastro in Mozarts "Zauberflöte" am Opernhaus von Budapest. In der Folge sang er dann ein unglaublich reichhaltiges Repertoire. Bereits 1943 gastierte er erstmals an der Wiener Staatsoper, deren Ensemble-Mitglied er nach dem Zweiten Weltkrieg wurde und bis zu seinem völlig überraschenden Tod im September 1960 blieb.

Internationale Karriere

Leider waren seine gesanglichen Leistungen oft sehr unterschiedlich. Dennoch erinnern sich ältere Opernfreaks immer wieder an grandiose Abende mit Endre Koreh.

Der Bassist machte allerdings eine große internationale Karriere, so war er z. B. 1953 an der Metropolitan engagiert. Und dort sang er unter der Leitung seines Landsmannes Fritz Reiner den Ochs im "Rosenkavalier" von Richard Strauss.

Korehs umfangreiches Repertoire

Zu Korehs Partien zählten u. a. der Sarastro in Mozarts "Zauberflöte", Osmin in der Entführung, Leporello und Komtur in "Don Giovanni", Rocco und Minister in Beethovens "Fidelio", Daland in Wagners "Fliegendem Holländer", der Hagen im "Ring", Gurnemanz in "Parsifal" sowie König Marke in "Tristan und Isolde" sowie der Ochs in Strauss' "Rosenkavalier".

Er sang aber ebenso im italienischen Fach: so u. a. den Philipp in Verdis "Don Carlos", den Fiesco im "Simone Boccanegra" oder den Ramphis in "Aida". Weiters war er als Pimen und Warlam in Mussorgskis "Boris Godunov" sowie als Dosifej in "Chowantschina" zu hören.

"Entführung" als erste Gesamtaufnahme

Die Aufnahme von Mozarts "Entführung aus dem Serail" mit Endre Koreh als Osmin sowie mit u. a. Wilma Lipp, Emmy Loose, Walther Ludwig und Peter Klein, die 1950 unter der Leitung von Josef Krips, dem "Vater" des Wiener Mozart-Ensembles entstand, war übrigens die Operngesamtaufnahme auf Langspielplatte, die in Österreich in den Handel kam.

Nicolais Falstaff als letzte Rolle

Endre Koreh starb am 20. September 1960 im Alter von nur 54 Jahren in Wien. Noch am Tag davor sang er an der Volksoper den Falstaff in Otto Nicolais "Lustigen Weibern von Widnsor".

Hör-Tipp
Apropos Oper, Dienstag, 4. April 2006, 15:06 Uhr

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