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Kultur

Die Lange Nacht des Hörspiels

Peter Matics hohe Kunst der Sprechkultur

Die ORF-Hörspiel-Jury hat Peter Matic zum "Schauspieler des Jahres 2005" gekürt. Die Ehrung des Bühnen- und Hörspieldarsteller, Synchronsprechers und Literaturkenners findet im Rahmen der "Langen Nacht des Hörspiels" am 10. März statt.

Mit unverwechselbar sonorem, markantem Timbre verbindet Peter Matic hohe Sprechkultur mit darstellerischer Intelligenz und Musikalität. Seit Jahrzehnten prägen seine Arbeiten die Hörspiele im gesamten deutschsprachigen Raum. Der Aufschwung der Kunstgattung Hörspiel ist in hohem Maße Schauspielern wie Peter Matic zu verdanken, die sich mit großem Können, Einsatz und beruflichen Ethos den Anliegen der Literatur widmen.

Großes Theater

Peter Matic wurde am 24. März 1937 in Wien geboren. Nach einer privaten Schauspielausbildung bei Dorothea Neff war Matic 1960 bis 1968 am Theater an der Josefstadt engagiert. Es folgten Stationen in Basel und an den Münchner Kammerspielen, bis er 1972 an die Staatlichen Schauspielbühnen Berlins wechselte. In den folgenden 22 Jahren spielte er, nun einer der Stars des Schillertheater-Ensembles, etwa 50 Rollen. Mit der Schließung des Schillertheaters ging Matic an das Wiener Burgtheater, wo er bis heute arbeitet, derzeit in Jonkes "Die versunkene Kathedrale“ und in Lessings "Nathan der Weise“. 2001 erhielt Peter Matic den Albin-Skoda-Ring, die Auszeichnung für "den besten Sprecher unter den Schauspielern des deutschsprachigen Raums".

"Die Stimme Österreichs"

Seine Tätigkeit für Film und Fernsehen umfasst eine große Reihe an Spielfilmen und Fernsehspielen. Matic ist überdies als deutsche Synchronstimme von Ben Kingsley bekannt. Es gibt auch zahlreiche Hörbücher mit Peter Matic. Das ORF-Hörspiel hat Peter Matic besonders viel zu verdanken: Seit den 60-er Jahren wirkte er in über 50 Produktionen mit. Allein im Jahr 2005 hat Matic sieben Hörspielproduktionen des ORF seine bemerkenswerte Stimme geliehen. Er selbst sagt zur Hörspiel-Arbeit:

Es ist eine große Herausforderung, nur mit der Stimme eine Figur, den Raum, die Atmosphäre zu schaffen - auf der Bühne kommt so vieles dazu, Dekoration, Kostüm, Licht, da ist es leichter, etwas auszudrücken. Wenn es im Hörspiel gelingt, eine Atmosphäre zu schaffen, und das ist gar nicht so oft, wenn dann die Musik hinzukommt, das ist eine hohe Kunst, da bin ich voll des Respekts für den, der das macht und die das sprechen, weil das ist schon sehr schwer.

Hörspiel im Aufschwung

Seit 1997 wählt eine Fachjury - bestehend aus den ORF-HörspielregisseurInnen Renate Pitroff, Katharina Weiss, Lukas Cejpek, Götz Fritsch, Harald Krewer und Nikolaus Scholz - eine Schauspielerin oder einen Schauspieler des Jahres. Die Ehrung des "Schauspielers des Jahres“ ist einer der Höhepunkte der "Langen Nacht des Hörspiels“. In den Jahren zuvor wurden Rudolf Wessely, Michou Friesz, Martin Schwab, Bibiana Zeller, Wolfram Berger, Gundula Rapsch, Peter Simonischek und Maria Happel ausgezeichnet.

10.03.2006

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