Standort: oe1.ORF.at

Wissen
Digital

Computer-Forensik

Spurensuche im Internet

Computer-Forensik steht im Dienst von Rechtspflege und Rechtssicherheit. Für die Musikindustrie entwickelte eine französische Firma ein neues Verfahren zur Überprüfung und Auffindung von urheberrechtlich geschützten Werken.

"Forensisch leitet sich vom lateinischen Wort 'forensis' ab, das zum Forum, zum Gericht gehörend, bedeutet. Dies rührt daher, dass im alten Rom auf dem Marktplatz, dem Forum, Recht gesprochen wurde." Department für gerichtliche Medizin" in Wien.

Eine französische Firma entwickelte für die Musikindustrie ein neues Verfahren zur Überprüfung und Auffindung von urheberrechtlich geschützten Werken. Im Gegensatz zu anderen Werkzeugen erkennt die Software ein Original auch dann noch, wenn davon nur mehr kleine Teile verwendet werden, sagt Michel Roux, Geschäftsführer der Firma AdVestigo: "Was wir am besten können, ist eine Kopie von ihrem Original zu unterscheiden."

Und zwar selbst dann noch, wenn diese Kopie in weiten Teilen modifiziert wurde, indem zum Beispiel eine andere Stimme über die Musik gelegt wurde oder die Musik in Einzelteile zerlegt und neu zusammenfügt wurde. Alles kein Problem für AdvestiSearch, meint Michel Roux. Es gäbe zwar noch andere Überwachungsservices für die Online-Distribution, aber es gäbe nur sehr wenige die in der Lage sind eine Kopie vom Original zu identifizieren.

Netzkultur (c) ORF, Schimmer

IST-Preisträger 2006

Der EU-Kommission war diese Entwicklung 200.000 Euro wert. "Die Firmen brauchen Computer-Forensik", dieser Meinung dürfte auch die EU-Kommission sein, denn alle drei Preisträger der europäischen IST-Preise 2006 können damit in Zusammenhang gebracht werden. Diese Preise werden an innovative Produkte auf dem Gebiet der Informationsgesellschafts-Technologien vergeben.

Nanomech

Die Firma Cavendish Kinetics überzeugte die Jury mit ihrem Speicherchip "Nanomech". Zur Bekämpfung von Computerkriminalität brauchen die Kriminologen schließlich besser und schnellere Speichermedien. Warum die Computer der Forensiker auch bei Temperaturen von 200 Grad Celsius funktionieren müssen, bleibt der jeweiligen Fantasie überlassen.

Guardia Control System

Die Dänische Firma Guardia entwickelte das "Guardia Control System", ein biometrisches System. Überwachung und der Vergleich von Bildmaterial zählte immer schon zu den Aufgabenbereichen der Kriminologen.

Mit dem dänischen System, bekommen die Kriminologen jetzt eine 3D Abbildung auf den Bildschirm, bei der nicht nur die Tiefe jeder Falte angezeigt wird, sondern auch eine Temperaturlandkarte des Gesichts. Damit lassen sich Krankheiten feststellen, aber das Infrarotbild zeigt auch Dinge an, die mit dem freien Auge nur mehr schwer zu identifizieren sind. Dinge wie eine gebrochene Nase oder Kontaktlinsen.

18.06.2006

Hör-Tipp
Matrix, Sonntag, 18. Juni 2006, 22:30 Uhr

Download-Tipp
Ö1 Club-DownloadabonnentInnen können die Sendung nach der Ausstrahlung 30 Tage lang im Download-Bereich herunterladen.

Links
The European IST Prize
Computer Forensik
Advestigo
Guardia

Mehr dazu auf oe1.orf.at

Übersicht: Alle ORF-Angebote auf einen Blick