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Kultur

Holzfällen

von Thomas Bernhard

TEXTBAUSTEIN

Hörbeispiel

Die Geschichte eines "künstlerischen Abendessens" in Wien. Der Erzähler, ein Schriftsteller und kaum verkennbares Alter Ego Bernhards, sitzt im Ohrensessel der Musikerfamilie Auersberger, verfolgt das Treiben der versammelten Künstler, Schriftsteller und Honoratioren mit steigendem Unmut und einer inneren Schimpftirade gegen Mittelmaß und Dilettantismus. Den Höhepunkt dafür bietet das Eintreffen eines Burgschauspielers nach Ende seiner Vorstellung und dessen selbstverliebte, nur durch die lautlosen Verwünschungen des Erzählers unterbrochenen Aussagen über das Theater, die Kunst und - naturgemäß - seine Berufung als Schauspieler.

Bernhards 1984 erschienener Roman "Holzfällen. Eine Erregung" resultierte in einer Justizklage des Komponisten Gerhard Lampersberg, der sich in der Figur des Auersberger wiedererkannte, und dem Verbot des Buches in Österreich. Bernhard reagierte mit der Forderung, seine Bücher aus dem österreichischen Handel zu ziehen.

Ulrich Gerhardt hat sich in seiner Hörspielfassung "Holzfällen. Der Auftritt des Burgschauspielers" vor allem auf diesen konzentriert. In seiner Inszenierung nutzen StudentInnen des Wiener Max-Reinhardt-Seminars den Text als Experimentierfeld für nicht-identifikatives Sprechen. Der von Bernhard aus der Ich-Perspektive geschriebene Text wurde auf zehn SchauspielerInnen verteilt. So werden die Gedanken des Erzählers von zehn Stimmen akustisch wiedergegeben. Jede Stimme ist dabei Träger einer eigenen Haltung und Interpretation des Geschehens.

Mitwirkende

Jonathan Flachmeyer, Jennifer Frank, Ulrike Hanitzsch, Daniela Keckeis, Sebastian König, Stefan Kreißig, Birte Leest, Trystan Pütter, Thiemo Strutzenberger, Franziska Werner
Ton: Gerhard Wieser, Herta Werner
Regie: Ulrich Gerhardt

12.01.2004

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