Teil 9 - "MausCarmen"
Christian Ludwig Attersee
Seit 1966 bereits beschäftigt sich Christian Ludwig Attersee mit Druckgrafiken. Sein Beitrag zur Ö1 Grafik-Mappe, "MausCarmen", entstand im Vorjahr und wurde in den Techniken Zuckertusche, Vernis mou und Nippon-Technik ausgeführt.
8. April 2017, 21:58
Der Drucker Kurt Zein bezeichnet Christian Ludwig Attersee als "Druckgrafikprofi, denn seit 1966 beschäftigt er sich mit den unterschiedlichsten Techniken." Anfänglich waren es eher Siebdrucke und Folienlithographien, seit 1983 nimmt jedoch die Radierung einen bedeutenden Platz in seinem druckgrafischen Werk ein.
Zuckertusche, Vernis mou und Nippon-Technik
Die Radierung "MausCarmen", der 9. Teil der Ö1 Grafik-Mappe, wurde in den Techniken Zuckertusche, Vernis mou und Nippon-Technik ausgeführt, die laut Kurt Zein sehr komplizierte Verfahren sind. "Mit einer Mischung aus Tusche, Zucker und Gummiarabikum malte der Künstler auf eine Metallplatte. Diese Malerei wurde mit einem flüssigen Ätzgrund überzogen und nach der Trocknung in ein Wasserbad gelegt", erklärt Zein die Verfahrensweise. "Auf den mit Zuckertusche bemalten Stellen haftet der Ätzgrund nicht und wird vom Wasser hinweg gespült (ausgesprengt) und so das Metall freigelegt. Auf diese freien Flächen wurde Kolophonium-Aquatinta aufgebracht und sodann die Platte geätzt."
Vernis mou oder auch Weichgrund erzielt einen kreideartigen Strich. Die Nippon-Technik ist ein von Zein selbst entwickeltes Druckverfahren, bei dem, ähnlich wie im japanischen Holzschnitt, erhabene Zeichnungsteile eingefärbt und mit einem Ledertampon auf die Grafik abgerieben werden.
Tipp
"MausCarmen" von Christian Ludwig Attersee, entstanden 2006, Plattengröße: 43,5 x 31 cm, drei Platten; acht Farben, Papier: Arches Bütten 300 g, 70 x 54 cm, von Kurt Zein/Wien 2007 auf der Handpresse gedruckt. Die Grafik können Sie ab 1. September 2007 per E-Mail um EUR 780,- im ORF-Shop bestellen.
