von Marianne Sula
von Marianne Sula
Aus den Schatten der Alhambren, der verschwiegenen Patios, umgeben von ihren Kammerfrauen, ihren Zwergen und Hunden, gefangen im Eisenkorsett höfischen Lebens und religiöser Orthodoxie, tritt uns die blutjunge Infantin Margarita Teresa auf dem berühmten Gemälde "Las meninas" (Die Hoffräulein) des Hofmalers Diego Velázquez entgegen. Als Braut reist sie im Spanien des 17.Jahrhunderts von Madrid nach Wien, um ihrem ältlichen, an ihr gänzlich uninteressierten Onkel Kaiser Leopold I. aus dem Hause Habsburg angetraut zu werden.
In entgegen gesetzte Richtung, von Wien nach Madrid, reist Jahrhunderte später die Journalistin Mado gemeinsam mit ihrem Geliebten, einem Fotografen. Ziel ihrer Betrachtung ist das rätselhafte Gemälde von Velázquez, die Infantin. Und es stellt sich die Frage: Was hat sich verändert im Spiel der Geschlechter? Was ist gleich geblieben? So wird das Gemälde zu jenen Schatten seiner selbst, die wir Wirklichkeit nennen.

Regie: Renate Pittroff, Mitwirkende : Eva Herzig, Johanna König, Michael Dangl, Karl Markovics, Markus Meyer
Die in Wien geborene Marianne Sula studierte hier Germanistik, Theaterwissenschaft und Philosophie. Sie arbeitete als freie Journalistin unter anderem für die "Arbeiter Zeitung", den ORF-Hörfunk, "Kurier" und "Der Standard". Sula ist Mitglied der Grazer Autorenvereinigung und arbeitet als Universitätslektorin.
Als Autorin erschienen von ihr neben mehreren Hörspielen unter anderem diverse Beiträge in Anthologien, sowie der Roman "Orangen und Chorgitter" (1993) und der Band "Wintermeridian. Lyrik und Erzählungen" (1988)
08.01.2003
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