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Kultur
Hörspiele 2007

Frauen-Treu

von Simon Rettenpacher

von Simon Rettenpacher

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Im Jahr 1140 verschanzte sich der Welffen-Herzog zu Bayern im Schloss Weinsperg. Er widersetzte sich dem römischen Kaiser Konrad III., der mit seiner Heeresmacht das Schloss und die Stadt Weinsperg belagerte. Herzog Welff fühlte sich im Recht; der Kaiser hatte seinem Bruder Herzog Heinrich die Länder Sachsen und Bayern abgenommen. Er empörte sich gegen den Kaiser und erfuhr Beistand durch die Sachsen und den Normannenfürsten Rogerius im fernen Sizilien.

Der belagerte Welff versuchte sein Heil durch einen starken Ausfall; das Glück aber wollte ihm nicht beispringen. Er verlor im Streit das meiste Volk und entrann nur mit Müh und Not mit wenigen der Seinen dem kaiserlichen Heer. Er zog sich wieder in die Festung zurück. Als die Lebensmittel allgemach abnahmen, war er gezwungen, sich des Kaisers Gnade zu ergeben. Obwohl Konrad sich mild erzeigte, und auch dem Welffen bewilligte, dass er mit seinem Volk durchs Lager abziehen möge, hat sich doch die Gemahlin des Herzogs Sorgen gemacht: Welff habe den Kaiser oft und schwer beleidigt und sein Trotz könne vom Kaiser mit Ernst vergolten werden.

Sie bittet deshalb den Kaiser untertänigst, ihr und ihren Frauenzimmern zu erlauben, das, was eine jede auf ihrem Rücken tragen könne, ohne alle Gefahr in Sicherheit zu bringen. Als dieses Begehren gestattet war, kamen die Frauen im Lager an, eine jede mit ihrem Herrn beladen. Dem Kaiser gefällt die Treue der Weiber, er rühmt sie und macht mit seinen Feinden beständigen Frieden.

Dieser Live-Mitschnitt von "Frauen-Treu" wurde in Kooperation des Stiftes Kremsmünster gemeinsam mit Studierenden der Anton-Bruckner-Privatuniversität Linz und des ORF-Landesstudios OÖ realisiert. Für die Musik sorgte das Kremsmünsterer Bauerntrio der Bock & Leiermusik. Für die Bearbeitung und Adaptierung von Simon Rettenpachers Reimen sorgte Heide Stockinger.

(c) ORF, Hummel

Regie: Chris Pichler, Mitwirkende: Katharina Bigus, Mareike Dick, Gerda Lischka, Chris Pichler, Carla Spendel, Daniela Wagner, Simon Bigus, Sebastian Brummer, Mathias Hacker, Peter Pausz, Peter Pikl, Thomas Pohl, Alfred Rauch und andere

Heide Stockinger ist seit Anfang der 1970er Jahre als Autorin tätig, sie verfasste mehrere Erzählungen und Hörspiele. Daneben schrieb sie Beiträge für diverse Literaturzeitschriften wie zum Beispiel "Facetten" und "Rampe". Seit 1982 ist sie sowohl als Schriftstellerin als auch als Gestalterin von Sendungen für das Landesstudio Oberösterreich für den ORF tätig.

09.01.2003

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