Lernplattform an der TU Wien

Lehren mit e

Mit mulitmedialer Untersützung hantieren die Studiernden an der TU Wien mit Formeln und Gerätschaften im Labor. Vom Kinoerlebnis im Hörsaal bis zum Selfassessment mittels Kreuzerltest im Netz- die hauseigene e-learning Plattform spielt alle Stücke.

Thales von Milet hat seine Kreise in den Sand gezeichnet, später auf Wachstafeln, heute erledigt das die Computersimulation. Formeln eingeben, bestätigen, und der Computer zeichnet. Die computerunterstützte Lehre bedeutet zwar Zeitersparnis, sie befreit die Studierenden von ihrem Dasein als Kopiermaschinen während der Vorlesung, verlangt aber im Gegenzug mehr Mitarbeit, Eigenverantwortung und Selbstständigkeit.

An der TU Wien gibt es seit vier Jahren ein eigenes e- learning Zentrum, das im Zuge der Vollrechtsfähigkeit gegründet wurde. Mit TUWEL, der hauseigenen Lernplattform, werden die Studierenden und die Lehrveranstaltungen verwaltet. Die e-learning-Plattform baut auf der open-source-Lernplattform mit Namen Moodle auf. Daher auch der Name: TUWEL steht für TU Wien und Moodle.

Mit einem Passwort hat man Zugang zu allen studienrelevanten Daten. Die Studierenden können sich zu Vorlesungen anmelden, Noten einsehen und Probeprüfungen ablegen. Mit denen können sie selbst überprüfen, ob sie den Stoff schon beherrschen. Für die "echten" Prüfungen müssen sie aber doch persönlich vorbei kommen. Das hat allerdings nichts mit fehlendem Vertrauen in das System oder die Studierenden zu tun. Der persönliche Kontakt und die Auseinandersetzung mit den Studierenden ist den Professoren wichtig.

Sichtbare Verbesserungen

Trotz anfänglicher Skepsis hat sich das Lehrpersonal an TUWEL gewöhnt. Hat man erst einmal gelernt, Kurse für die Lernplattform anzulegen, gehen Unterlagen nicht am Chaos des Schreibtischs verloren, erzählt Felix Breitenecker vom Institut für Analysis und Scientific Computing der TU Wien.

Vor allem die Lehre werde besser. Aber auch die Kommunikation zwischen Studierenden und Lehrenden habe sich verbessert. Gesprochen werde zwar weniger, aber durch die elektronische Verwaltung der Kurse und der Lehrmaterialien bleibe mehr Zeit für Betreuung der Studierenden, so der Professor für angewandte Mathematik.

Beschränkter Zugang

Doch nicht alle Unterlagen, die ins Netz von TUWEL gestellt werden, sind öffentlich zugänglich. Erst nach Anmeldung zu einer Vorlesung bekommen die Studierenden vom Vortragenden einen Schlüssel, der ihnen Zutritt zu allen relevanten Daten verschafft. In anderen Vorlesungen im Netz vorbeizuschauen, aus reinem Interesse, ist nur bedingt möglich.

Die Professoren entscheiden, wer eingelassen wird. In den Kursen steckt eine Menge Arbeit und Lehrer teilen meistens lieber ihre Zahnbürste als ihre Unterlagen, sagt Dekan Johannes Fröhlich. Oft sei es allerdings besser, wenn man das Rad nicht immer wieder neu erfinden müsse. Diese Einstellung werde sich auch beim Lehrpersonal noch durchsetzen. Alles nur eine Frage der Zeit. Da ist sich der Chemiker sicher.

Link
TU Wien - e-learning Zentrum

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