Absurder Humor und Ironie als wichtige Elemente
Ursprünglich wollte sie Biologin werden: Eszter Kapitany, Jahrgang 1983, die seit 2006 an der Wiener Angewandten Grafik Design studiert. Zuletzt hat die junge Ungarin, in deren Zentrum vor allem die Illustration steht, einen Animationsfilm gemacht.
"Als ich noch klein war, wollte ich eigentlich Biologin werden. Aber dann hat mich auch Kunstgeschichte und Theater interessiert, Ich habe zwar früh zu zeichnen begonnen, sah das aber eher als Hobby.
Nach der Matura besuchte ich dann eine Zeichenschule in Budapest. Ich habe dann einen Grafik-Kurs absolviert und Illustrationen gesehen, die mir sehr gut gefielen und ich begann selbst zu produzieren. Und in der Folge habe ich mich dann entschlossen, ein Kunst-Studium zu machen", berichtet Eszter Kapitany, gebürtige Ungarin aus Budapest, Jahrgang 1983, über ihren Beginn.
Seit 2006 studiert die Nachwuchs-Grafikerin an der Wiener Angewandten bei Oliver Kartak Grafik Design. Abschließen wird sie im Frühjahr 2011.

Eszter Kapitany
Sie begann zunächst 2003 an der Moholy-Nagy Universität der Künste (MOME) in Budapest, wo sie bis 2005 visuelle Kommunikation und Illustration studierte.
Als Kapitanys Freund einen Job in New York bekam, ging sie mit ihm für ein Jahr in die USA. In New York absolvierte sie verschiedene Kurse am Center for Book Arts (CBA) sowie Continuing Education an der School of Visual Arts (SVA), wo sie Typographie, Editorial Design und Illustration studierte. "Ich habe in dieser Zeit sehr viel gelernt und erkannt, wohin mein Weg geht", so Kapitany.

"Travelling Memory Cookbook" (2007): "Dieses kleine Buch mit Rezepten aus fünf Städten, das ich selbst gebunden habe, enthält weiters Reisefotos, Reiseskizzen und andere persönliche Erinnerungen", so Eszter Kapitany.
Ursprünglich wollte Kapitany ihr Studium in Budapest beenden. Der New-York-Aufenthalt hatte aber ihr Interesse für ein weiteres Auslandsstudium geweckt:
"Es war sehr wichtig für mich, eine andere Sprache zu sprechen, eine andere Kultur und neue Menschen kennen zu lernen. Das wollte ich fortsetzen - und entschied mich für Wien", erklärt die junge Grafik Designerin.

Aus Eszter Kapitanys Skizzenbuch (2008-2009): "Ich zeichne jeden Tag solche Figuren, entwickle sie weiter und setze sie für unterschiedliche Themen ein. Mit diesen komischen Figuren habe ich mir eigene Welt geschaffen", so die junge Künstlerin.
"Grafik Design passt zu mir, weil es so viele unterschiedliche Möglichkeiten umfasst. Man kann in diesem Bereich nicht nur zeichnen, malen oder fotografieren - man kann es mischen. Und ich kann mich hier mit ganz unterschiedlichen Gebieten befassen", erläutert Eszter Kapitany ihren Zugang.
"Wenn ich eine Aufgabe bekomme, beginne ich immer sehr emotionell zu denken und versuche, meine Beziehung zu der jeweiligen Arbeit zu finden. Ganz wichtige Faktoren sind für Humor, auch absurder Humor, und Ironie. Das schätze ich auch in der Literatur oder im Filmen", charakterisiert die junge Künstlerin ihre Arbeiten.

"From the memoire of a carrot" von Eszter Kapitany (Animationskurzfilm, stop motion, 1:30 min., 2009): Ihre jüngste Arbeit will die ambitionierte Grafik Designer bei Wettbewerben einreichen. Und sie plant, dieses Projekt fortzusetzen.
Zu einer der jüngsten Arbeiten Kapitanys zählt der Animationsfilm "From the memoire of a carot", den sie 2008 begonnen und heuer fertig gestellt hat:
"Wir bekamen die Aufgabe, etwas im Bereich Story Telling zu machen. Also eine Geschichte entwickeln, und dann einen 30- oder 90- Sekunden-Animationsfilm machen. Ich habe die längere Variante gewählt. Ich habe die Figuren entworfen, dann dreidimensional gefertigt und in eine Theaterbox gefügt.
In meiner Geschichte geht es um eine Karotte, die sich nach ihrer Kindheit zurück sehnt. Und das führt zu komischen Situationen. Diese Arbeit hat mir sehr viel Freude gemacht, da ich etwas in Verbindung mit dem Theater machen wollte. Ich möchte aus diesem Projekt eine Serie machen.
Und erfreulich war auch, dass ich hier mit einem anderen Genre zusammenarbeiten konnte: eine Freundin von mir hat die Musik zu meiner Story geschrieben", berichtet Kapitany.

"Ubehave!" (2008): Zehn Fotografien dieses Projekts von Eszter Kapitany waren im Rahmen der "Essence 08" im Vorjahr bei der Leistungsschau der Angewandten im MAK Wien zu sehen.
Kapitanys Projekt "Ubehave", das unter dem vorgegebenen Motto "Kommunikationsguerilla" entstanden ist, war in Form einer Foto-Serie bei der "Essence 08", der Leistungsschau der Angewandten, im MAK zu sehen. Die Klassen-Ausstellung gestaltete übrigens Kapitanys Kollege Tobias Egger.
"Mein Konzept waren die diversen Verbotsschilder, die es in der Stadt gibt. So zum Beispiel Grünflächen zu betreten. Dazu habe ich zunächst diverse Piktogramme entworfen. Und diese insgesamt zwölf absurden Verbotsschilder, die signalisieren, dass man wegfliegt, wenn man das Gras betritt, habe ich unter anderem im Burggarten, im Stadtpark und im Prater neben die offiziellen gestellt."
Mehr zu Tobias Egger in Ö1 Talentebörse
Und vor kurzem hat die junge Grafik Designerin die Website für die junge Pianistin und Komponistin Judit Varga gestaltet:
"Bei dieser Arbeit habe ich zahlreiche meiner Figuren eingebaut. Judith Varga hatte die Idee, Menschen in ihr Puppenhaus einzuladen. Die Raumgestaltung übernahm eine Freundin Vargas, die an der Angewandten Bühnengestaltung studiert. Jeweils ein Zimmer des Puppenhauses ist für einen bestimmten Menü-Teil bestimmt", erläutert Kapitany.

Poster für einen Vortrag von Buch-Designer Victor Malsy (2009), den Eszter Kapitany, die als freischaffende Grafik Designerin und Illustratorin arbeitet, gestaltet hat.
Seit 2007 arbeitet Kapitany als freie Grafikdesignerin und Illustratorin, um sich ihren Lebensunterhalt zu verdienen.
"Meistens sind es kleinere grafische Projekte wie zum Beispiel Broschüren oder Flyer. Manchmal gestalte ich aber auch Kataloge. Abgesehen vom finanziellen Aspekt ist es für mich interessant, weil ich dabei manches ausprobieren kann und neue Software kennen lerne."
Die junge Grafik Designerin möchte in nächster Zeit noch weitere Auslandserfahrungen sammeln, bevor sie sich für ihren beruflichen Weg entscheidet.
Wie ihre Zukunftswünsche lauten? "Obwohl das Buch kein zeitgemäßes Medium ist, möchte ich mich gerne vor allem mit dem Bereich Buchgestaltung beschäftigen. Und ein experimentelles Buch machen, ein dreidimensionales Objekt, das sich mit der Geschichte dieses Mediums beschäftigt und zeigt, was heute ein Buch ist", so Eszter Kapitany.
Text: Matthias Osiecki · 31.01.2009
Die Ö1 Talentebörse ist ein Kunstförderprojekt mit Unterstützung der Bank Austria
Mehr zu Ausstellungen von Eszter Kapitany in oe1.ORF.at
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Tipp
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Links
Universität für angewandte Kunst Wien
Klasse für Grafik Design Oliver Kartak
Moholy-Nagy University of Art and Design Budapest
Eszter Kapitany
Center for Book Arts
School of Visual Arts
Judit Varga - Pianist and Composer