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Gesellschaft

One laptop per child

Eine großartige Vision

Inspiriert durch "Die Reise um die Erde in 80 Tagen" ist das Linzer Ars Electronica Center im Rahmen von "Linz09" zu einer Reise um die Welt aufgebrochen. Next Stop: Ulan Bator/Mongolei- Linz/Österreich. Das Thema heißt: Lernen im Kontext neuer Technologien.

Am Reiseziel Ulan Bator, der Hauptstadt der Mongolei wird das Thema "Bildung" veranschaulicht - ausgehend von Nicholas Negropontes Projekt "One Laptop per Child" (OLPC), auch bekannt unter dem Namen "100 Dollar-Laptop", ein Bildungsprogramm, das so genannte XO Lerncomputer in Entwicklungs- und Schwellenländer bringen möchte.

Kinder sollen diese sehr stabilen und robusten Computer erhalten, um damit die Möglichkeit zu haben, über das Internet am Wissen der Weltgesellschaft zu partizipieren.

Klein, grün und sehr robust

Der Laptop verfügt über ein eigenes Betriebssystem "Sugar", das auf der Grundlage von Linux entwickelt wurde. Einen Mangel den fast alle Laptops haben hat "XO" nicht: auch bei gleißendem Sonnenlicht kann man auf seinem Bildschirm lesen. Das Gerät kommt mit nur zwei Watt Strom aus und kann drahtlos mit anderen Laptops verbunden werden.

Der 100-Dollar-Preis pro Gerät wurde es dann doch nicht, der XO Lerncomputer kostet derzeit zirka 188 Dollar. Christoph Derndorfer, Informatikstudent an der TU Wien, ist eines der ersten Mitglieder der Non-Profit-Organisation OLPC-Austria und ist überzeugt von der "großartigen Vision". Und er verwendet diesen speziell für Kinder konstruierten Laptop selbst privat - an die kleinen Tasten der Tastatur hat er sich schnell gewöhnt, und das peppige Grün des Laptops -sagt er - würden viele erkennen und ihn auf den Laptop und das Projekt ansprechen.

Mongolei hat die meisten XO-Laptops

Im Oktober 2007 hat der mongolische Präsident Nambaryn Enchbajar verkündet, dass er sich dafür einsetzen werde, dass jedes Kind in der Mongolei bis Ende 2010 über einen Laptop mit Internetanschluss verfügen soll,. bis jetzt gibt es an den Schulen der Hauptstadt Ulan Bator 10.000 XO-Laptops.

Das ist die größte Verbreitung, die der Computer bisher fand. Christoph Derndorfer: "In der Mongolei war es so, dass Leute von OLPC aus Boston, hingefahren sind und Leute ausbilden, die die Lehrer konkret unterrichten. Jedes Land versucht da seinen eigenen Weg zu gehen, aber in allen Ländern zeigt sich, es ist äußerst wichtig, die Lehrer zu schulen und dafür eigene Wege zu finden."

Technik der Schlüssel zur Behebung sozialer Probleme

Nicholas Negroponte wurde durch seinen Bestseller "Being Digital", in dem er eine Verschmelzung der interaktiven Welt mit der Welt der Unterhaltung und der Information vorhersagte, berühmt. Für ihn ist die Technik der Schlüssel zur Behebung sozialer Probleme in der Welt, und durch den Laptop können die Kinder unabhängig von der Schule spielerisch lernen und ihr erworbenes Wissen weitergeben.

Durch die XO-Lerncomputer entstehen gar nicht erwartete Nebeneffekte: in vielen Ländern können die Kinder erstmals Fotos von sich selbst und ihren Familien zu machen, und so zumindest digital -denn Drucker gibt es bei dem Projekt keine, da diese viel zu teuer und defektanfällig sind -ein Fotoalbum erstellen.

Gestaltung: Petra Herczeg · 22.06.2009

"80+1 - Eine Weltreise" ist ein Projekt für
Linz 2009 Kulturhauptstadt Europas.
Mit freundlicher Unterstützung der voestalpine AG.


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Hör-Tipps
Digital.Leben, ab 15. Juni 2009, Montag bis Donnerstag, 16:55 Uhr, "80+1 - Eine Weltreise", Berichte über das Projekt von "Linz 2009 Kulturhauptstadt Europas". Die einzelnen Beiträge sind auch über den Ö1 Podcast erhältlich.

Mehr dazu unter Ö1 Podcast

Die Sendungsinhalte zum Projekt "80+1" sind ab Mittwoch, 17. Juni 2009 auch mobil unter der Festnetznummer 050 304-2009 abrufbar (Gebühren gemäß den Tarifen Ihres Telefonanbieters).

Tipp
Zum Abschluss von 80+1 und dem gleichzeitigen Beginn der ars electronica ist Radio Österreich 1 mit dem "Mobilen Ö1 Atelier" als Kommunikationsplattform auf dem Linzer Hauplatz präsent und widmet sich in Zusammenarbeit mit dem Festival dem Kernthema "Human Nature". Parallel dazu ist das Ö1 Kulturjournal live vor Ort und sendet von 31. August bis 4. September erstmals aus dem obersten Stock des neuen Ars Electronica Center (AEC).

Link
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