Faszination des lösungsorientierten Arbeitens
Erst im zweiten Anlauf kam sie zum Film: Lucia Schrenk, Jahrgang 1977, die seit 2001 an der Wiener Filmakademie Produktion studiert und heuer abschließen wird. Ab 25. September ist ihr Diplomfilm "Rimini" von Peter Jaitz im Wiener Stadtkino zu sehen.
"Während meines ersten fixen Jobs als Marketing-Assistentin im IT-Bereich, wo es vor allem um die Gestaltung von Websites ging, wurde mir bewusst, dass ich selbst etwas Kreatives machen möchte. Ich habe aber auf keinem künstlerischen Gebiet eine besondere Begabung. Damals blitzte es zum ersten Mal auf: für mich könnte es etwas im Bereich Film sein.
Ich konnte mich aber nicht gleich dazu entschließen, hatte noch Zweifel, ob ich dafür geeignet wäre. Nach einer längeren Asien-Reise hatte es sich für mich geklärt und ich beschloss: jetzt probiere ich es. Die Produktion wurde es deshalb, weil das ein Gebiet ist, das mir liegt. Andere zu unterstützen, zu organisieren, im Hintergrund und nicht an vorderster Front zu stehen", berichtet Lucia Schrenk, gebürtige Grazerin, Jahrgang 1977, über ihren Beginn.

Lucia Schrenk
Seit 2001 studiert sie an der Filmakademie Wien Produktion in der Abteilung Film und Fernsehen. Abschließen wird sie bis Ende dieses Jahres. Thema ihrer theoretischen Diplomarbeit werden Dreharbeiten unter extremen Bedingungen beim Dokumentarfilm sein.
Davor arbeitete sie von 1997 bis 2001 als Marketingassistentin im IT-Dienstleistungsbereich.
Ihre Ausbildung hatte sie an der Höheren Bundeslehr- und Versuchsanstalt für chemische Industrie in Wien erhalten, die sie mit der Matura abschloss.
Warum sich die junge Nachwuchs-Produzentin gerade für diesen Bereich entschieden hat, erklärt sie folgendermaßen:
"Produktion wurde es deshalb, weil es mir liegt, andere Menschen zu unterstützen, zu organisieren und Probleme zu lösen. Und dabei aber im Hintergrund zu stehen."

"3 Minuten" von Christoph Brunner (Mehrfachbelichtungen auf 35mm, Farbe; 2005/06): Bei diesem Experimentalfilm, der beim "Nashville Film Festival" den "Best Experimental Short Award" erhielt, hatte Lucia Schrenk die Produktionsleitung.
Seit Sommer des Vorjahres arbeitet Schrenk in der Projektabteilung des Österreichischen Filminstituts.
"Ich lerne dort sehr viel und habe Einblick in die große Bandbreite, was sich im Bereich Film nicht nur in Österreich, sondern europaweit tut", berichtet Schrenk.

"Krankheit der Jugend" (97 Min., HD, Farbe, 2006/07): Bei diesem Filmakademie-Projekt, an dem neun Regisseur/innen beteiligt waren und das unter künstlerischer Leitung von Michael Haneke stand, war Lucia Schrenk für die Produktion verantwortlich.
Seit 2001 konnte Lucia Schrenk vielfältige Praxis im Produktionsbereich sammeln. Zu einer ihrer wichtigsten Arbeiten zählt der Film "Krankheit der Jugend" nach dem Bühnenstück von Ferdinand Bruckner. An diesem Großprojekt, das unter der künstlerischen Leitung von Michael Haneke stand, waren neun Regisseurinnen und Regisseure sowie vier Kamerafrauen und Kameramänner der Filmakademie beteiligt.
"Ich durfte bei diesem Projekt, das nicht einfach war, die gesamte Produktionsarbeit machen. Vom engagieren der Schauspieler/innen, über die Organisation der Locations bis zur Verpflegung des Teams. Dabei kann man enorm viel Grundsätzliches lernen: wie arbeite ich am Besten, ohne täglich Druck zu haben?
Das größte Erfolgserlebnis dabei war, dass der Film fertig wurde, alle zufrieden waren und es ein Ganzes wurde - und nicht neun einzelne Teile", berichtet Schrenk.

"Rimini" (Spielfilm, Regie: Peter Jaitz, 83 Min., 2008): Dieses erfolgreiche Projekt erhielt den Preis der "Diagonale 2009" für die beste künstlerische Montage in der Kategorie Spielfilm und ist ab 25. September im Wiener Stadtkino zu sehen.
Das jüngste und ebenso wichtige Projekt Schrenks ist ihr Diplomfilm "Rimini", der 2008 entstand und bei dem Peter Jaitz Regie führte.
"Es ist mein erster Spielfilm und es war eine enorme Herausforderung, weil wir nur ein kleines Budget hatten. Aber durch die hervorragende Zusammenarbeit des Teams hat alles gut funktioniert.
Da wir ja keine Produktionsfirma haben, mussten wir nicht nur die Produktions-, sondern auch die Verleiharbeit selber machen - und alles aus der eigenen Tasche zahlen. Aber wir haben einen Verleih gefunden", freute sich Lucia Schrenk über diesen Erfolg.
Der Stadtkino-Filmverleih brachte "Rimini" am 25. September 2009 als Premiere heraus. Und inzwischen war der Film auch beim Berliner Nachwuchsfilmer-Festival "First Steps" sowie im Rahmen des "Max Ophüls Preis" Filmfestivals in Saarbrücken vertreten.
Mehr zu Peter Jaitz in Ö1 Talentebörse
Derzeit ist die Nachwuchs-Produzentin vor allem mit ihrer Diplomarbeit beschäftigt.
Wie lauten ihre Zukunftswünsche? "Für die nahe Zukunft wäre es wieder ein Film mit Peter Jaitz, weil wir sehr gut zusammen gearbeitet haben und ein erstklassiges Produkt entstanden ist. Für die fernere Zukunft wünsche ich mir, in diesem Bereich gut Fuß fassen und viele interessante Projekte, die ich mir möglichst aussuchen kann, betreuen zu können - und keine aus rein finanziellen Erwägungen machen zu müssen", so Lucia Schrenk.
Text: Matthias Osiecki · 25.09.2009
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Mehr zu Produktionsleitung und Workshops von Lucia Schrenk in oe1.ORF.at
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Lucia Schrenk
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Links
Wiener Filmakademie
30. Filmfestival Max Ophüls Preis - Wettbewerb Langfilm
Wikipedia - Krankheit der Jugend
Amour Fou Filmproduktion
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