Künftiger RSO-Musiker mit umfangreicher Praxis

Gernot Jöbstl, Oboe

Zur Musik kam er durch seinen Vater, der Klarinette-Lehrer ist: Oboist Gernot Jöbstl, Jahrgang 1982, der an der Wiener Musik-Uni studiert. Ab Februar 2010 wird er dem RSO Wien angehören. "Intrada" widmete dem erfolgreichen Nachwuchs-Musiker ein Porträt.

G. Jöbstl spielt F. Couperin und A. Krämer

"Mein Vater ist Musiklehrer in der Bezirksmusikschule Wolfsberg, wo er Klarinette unterrichtet. Daher gab es bei uns zuhause viele Musikinstrumente und so habe ich einige ausprobiert - vom Klavier über das Schlagzeug bis zur Klarinette, die ich dann zwei Jahre bei meinem Vater gelernt habe.

Schließlich habe ich mich aber für die Oboe, die in meiner näheren Heimat nicht so oft gespielt wird, entschieden", erzählt Gernot Jöbstl, gebürtiger Kärntner aus Wolfsberg, Jahrgang 1982, über seine Anfänge.

Das Konzertfach Oboe studierte der Nachwuchs-Musiker ab 1999 an der Musik-Universität Wien bei Klaus Lienbacher. Im Juni 2008 schloss er mit dem Magister ab, für die er mit Johannes M. Bogner die CD "François Couperin - Les Concerts Royaux" einspielte.

Sein Oboe-Studium hatte Jöbstl mit zehn Jahren zunächst am Kärntner Landeskonservatorium bei Michael Turnovsky begonnen.

Nun setzt er mit dem Instrumental-Gesangs-Pädagogik-Studium bei Harald Hörth fort, das er 2013 beenden wird.

Das Ö1 Magazin "Intrada" widmete Gernot Jöbstl am Freitag, 15. Jänner 2010 (10:05 Uhr), ein Radioporträt.

Vom Klang der Oboe fasziniert

"Mich hat es interessiert, ein Instrument zu spielen, das bei uns zu Hause nicht so verbreitet ist. Wir haben zuhause sehr viele Schallplatten gehört und der Klang der Oboe hat mich schon als Kind fasziniert. Sie wird im Orchester sehr oft auch als Solo-Instrument eingesetzt und ist daher sehr präsent", erläutert Jöbstl seine Entscheidung.

Umfangreiche Orchester-Praxis

Seit 2003 konnte Gernot Jöbstl vielfältige Orchester-Praxis sammeln: er war als Substitut bei den Niederösterreichischen Tonkünstlern, wirkte bei den Wiener Symphoniker im Rahmen der Bregenzer Festspiele mit und hatte bis Ende 2009 einen Substitutenvertrag beim Orchester der Wiener Staatsoper.

Sein erstes Engagement hatte der junge Musiker als 1. Oboist im Orchester der Wiener Volksoper von 2006 bis Juni 2009.

Ebenso war Jöbstl als Substitut bei den Wiener Philharmonikern tätig: "Eines meiner schönsten Konzerterlebnisse war im vergangenen Herbst die Europa-Asien-Tournee mit den Wiener Philharmonikern, die mit Franz Welser-Möst und Zubin Mehta stattfand. Diese großartigen Konzerte waren eine wichtige Motivation für mich."

Seit Februar 2010 Fixengagement beim RSO Wien

Das achte Probespiel im November des Vorjahres brachte dem Nachwuchs-Musiker Glück: ab Februar 2010 hat Gernot Jöbstl ein Fixengagement als 2.Oboist und Englischhornist beim RSO Wien.

Erstmals wirkte er am 16. Februar unter Leitung von Chefdirigent Bertrand de Billy im Wiener Konzerthaus mit: "Die Proben begannen in der zweiten Februar-Woche. Beim Konzert waren Werke von de Falla, Rodrigo und Debussy zu hören. Anschließend absolviere ich eine Japan-Tournee mit dem RSO, bei der auch Werke von Beethoven auf dem Programm stehen", berichtet Jöbstl begeistert über sein RSO-Engagement.

Japan-Tournee mit Ensemble "Corso"

Zuletzt absolvierte Jöbstl mit dem Kammermusik-Ensemble "Corso Wien", das zum Großteil aus Mitgliedern der Wiener Philharmoniker besteht, unter Leitung von Alfons Egger ein Japan-Gastspiel.

Auch Solist und Kammermusiker

Aber auch das Solo-Spiel sowie der Kammermusik-Bereich sind dem jungen Oboisten sehr wichtig:

"Das solistische Spiel hat für mich eine große Bedeutung, weil man sich dabei selbst fordert. Und das wieder den positiven Effekt für das Orchesterspiel. Ebenso ist mir die Kammermusik wichtig - nicht zuletzt der Intonationshygiene wegen. Man lernt, sich noch viel besser im Orchester zu hören und mit den Kollegen gut zu interagieren.

Kammermusik spiele ich immer wieder in wechselnden Besetzungen. Ich habe lange Bläser-Quintett gespielt, und besonders mag ich Bläser-Oktette, weil hier der Klang besonders schön und dicht ist", berichtet der vielseitige Musiker.

Und so hat Gernot Jöbstl, der als Solist unter anderem bei den Millstätter Festwochen, dem St. Pauler Kultursommer und dem Sommerfestival Bled auftrat, auch bei Kammermusik-Gastspielen, die ihn nach Japan, Argentinien und nach Finnland führten, mitgewirkt.

Mehrfacher Preisträger und Stipendiat

Der ambitionierte Oboist ist auch mehrfacher Preisträger der "Prima la Musica"-Wettbewerbe und war Stipendiat des Herbert von Karajan Centrums (2001) sowie der Tokyo Foundation (2003).

Zahlreiche Meisterkurse und Probespiel-Seminar

Im Rahmen seiner Ausbildung hat Jöbstl auch an zahlreichen Meisterkursen, darunter bei Pierre W. Feit, Paul Dombrecht, Maurice Bourge, bei Hans-Jürgen Schellenberger sowie an der "Internationalen Sommerakademie Prag-Wien-Budapest" teil.

Weiters hat er auch das Probespiel-Seminar der Wiener Philharmoniker absolviert.

Als Orchester- und Kammermusiker wirken

Derzeit bereitet sich der junge Oboist auf die RSO-Konzerte vor und plant für kommendes Frühjahr einen Solo-Abend in seiner Heimatstadt Wolfsberg.

Wie lauten seine Zukunftswünsche? "Dass es mir möglich ist, sowohl im Orchester als auch kammermusikalisch tätig zu sein und dass sich der Alltag abwechslungsreich gestaltet. Aber diesbezüglich bin ich sehr positiv gestimmt, denn das Repertoire des RSO ist ja ein Garant dafür", so Gernot Jöbstl.

Service

Kontakt
Gernot Jöbstl

Tipp
Die Porträts der Ö1 Talentebörse können im Rahmen der Ö1 Podcast nachgehört werden. Alle Sendungen des kostenfreien Radio-Abos finden Sie hier.

Hör-Tipp
"Intrada", Freitag, 15. Jänner 2010, 10:05 Uhr

Links
Universität für Musik und darstellende Kunst Wien
Kärntner Landeskonservatorium
Herbert von Karajan
Musikwochen Millstatt
NÖ Tonkünstler
RSO Wien
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