OÖ. Talenteförderungsprämie 2010
Durch Robert Frank kam sie zur Fotografie: Helga Traxler, Jahrgang 1984, die an der Kunst-Uni Linz studiert. Zuletzt absolvierte sie Praktika in New York. Die erfolgreiche Künstlerin, die derzeit in Lissabon studiert, erhält am 3. November die Talenteförderung des Landes Oberösterreich.
"Mit der Fotografie bin ich aufgewachsen, weil sich mein Vater für dieses Medium interessiert hat. Aber es war mir nicht von Beginn an klar, dass es einmal meine Berufung sein würde.
Während eines Barcelona-Aufenthalts habe ich eine Ausstellung des Fotografen Robert Frank gesehen. Und seine Bilder haben mich so beeindruckt, dass ich wusste: das will ich auch können - Menschen mit meiner Fotografie zu berühren. In der Folge bewarb ich mich an der Kunst-Uni Linz", berichtet Helga Traxler, gebürtige Oberösterreicherin aus Freistadt, Jahrgang 1984, über ihre Anfänge.

Helga Traxler
Ab 2006 studierte die Nachwuchs-Künstlerin Fotografie und Grafik-Design an der Kunstuniversität Linz, das sie 2009 mit dem Bachelor mit Auszeichnung beendet hat.
Seit Herbst absolviert sie nun ein Masterstudium für Visuelle Kommunikation mit Schwerpunkt Fotografie. Abschließen wird sie voraussichtlich im Herbst 2011.
Zunächst hatte Traxler eine Gastronomie-Ausbildung an der Höheren Lehranstalt für wirtschaftliche Berufe in Freistadt erhalten. Nach der Matura absolvierte sie ein Praktikum bei der Antenne Wien und war als Au-pair in Barcelona tätig.
Danach begann sie mit dem Studium der Theater-, Film- und Medienwissenschaften an der Universität Wien.
Seit Herbst 2007 ist sie nebenberuflich als Foto-Assistentin in Linz tätig.

"Not becoming tired of waiting - Vom Warten nicht müde werden” (New York City, Dezember 2009): "Diese Foto-Serie ist während meines New-York-Aufenthaltes in einem Waschsalon entstanden", so Helga Traxler.
Seit Oktober 2010 studiert Traxler an der Faculty of Fine Arts in Lissabon und bereitet dort ihre Masterarbeit vor.
"Ich kann mich mit der Fotografie ausdrücken, mit meinen Bildern zeigen, wie ich bin. Es ist mir wichtig, auch meine Persönlichkeit zu vermitteln. Der Betrachter soll nicht nur ein schönes Bild sehen, sondern auch erkennen, dass da noch etwas dahinter ist", erläutert Traxler ihren künstlerischen Zugang.

"Thinking faster when it's cold" von Helga Traxler (Digitales Vollformat).
"Bei mir ist es vorwiegend inszenierte Fotografie, bei der aber immer eine gewisse Schnappschuss-Ästhetik mitschwingt. Ich plane selten, sondern lasse mir immer einen gewissen Freiraum und mache die Bilder spontan", charakterisiert Traxler ihre Foto-Arbeiten.
Am Mittwoch, 3. November 2010, wird Helga Traxler mit der der diesjährigen OÖ. Talenteförderungsprämie in der Sparte Fotografie, die mit 5.400 Euro dotiert ist, ausgezeichnet.
Im Rahmen ihres USA-Praktika-Aufenthalts war Traxler für den New Yorker Stylisten John Tan tätig und hat für die "Mercedes Benz New York Fashion Week" Backstage und Runway fotografiert.
Bis 17. Juni 2010 zeigte Helga Traxler in der Gruppen-Ausstellung "Eight Views", die im Rahmen des "10festival for fashion&photography" im Wiener "Contemporary" stattfand, einen Auszug aus Ihrer Fotoarbeit "They aren´t looking stupid".
Davor stellte Traxler bei der "Real Fake"-Schau, die bis 4. Juni zu sehen war, im Rahmen ihres Masterstudienganges an der Kunst-Universität Linz aus.

"When I was a Child" (Jänner 2009): "Bei dieser Serie dominieren Zerbrechlichkeit und Wagnis die Bilder", so Helga Traxler, die für diesen Foto-Zyklus mit dem "Editorial Award 2009" von "UnitF" ausgezeichnet wurde.
Zu einer der wichtigsten und erfolgreichsten Arbeiten von Helga Traxler zählt ihre Serie "When I was a Child", die 2009 entstanden ist:
"In dieser Serie habe ich meine Intention, zwei mir bisher vorenthaltene Komponenten in meiner Fotoarbeit zu vereinen, verwirklicht: ich kann bis heute nicht zeichnen und komme über Kindergarten-Kritzeleien nicht hinaus. Und als Kind habe ich mir immer ein Pferd gewünscht. Aus diesen beiden Komponenten habe ich diese Fotoserie entwickelt.
Für diese Arbeit habe ich den 'Editorial Award' von 'UnitF', dem Wiener 'Büro für Mode', erhalten. Obwohl in meinen Bildern keine Mode enthalten ist. Es war für mich sehr wichtig, diesen Push von außen zu bekommen. Und damit auch das nötige Medien-Interesse, das natürlich weiter hilft."

"Letters in the Mailbox and Myself – Pierre" (März-Juni 2009): "Diese Serie besteht aus inszenierten Fotografien, die Referenzen auf eine gewisse 'Schnappschussästhetik' enthalten", so Helga Traxler zu ihrer Bachelor-Arbeit.
Ein sehr persönliches Werk Traxlers ist ihre Bachelor-Arbeit "Letters in the Mailbox and Myself", die mit ihrem Selbstfindungsprozess zu tun hatte, und für die sie das Leistungsstipendium der Kunst-Universität Linz erhielt:
"Für diesen Zyklus habe ich Menschen aus meinem nahen Umfeld gebeten, mir Briefe zu schreiben, in denen sie die Beziehung zu mir - gleichgültig ob gut oder schlecht – in einem Brief schildern und diesen an mich senden. In der Folge habe ich diese Briefe beantwortet. Daraus entstand eine Foto-Konstruktion, die aus den jeweiligen Bildern und Briefen bestand."

"Smells like summer" (April 2009): "Die Teilnahmslosigkeit und gleichzeitige Kontrolliertheit im Ausdruck der jungen Frau lässt das Bild plastisch wirken", so Helga Traxler, die mit dieser Arbeit für den "New York Photo Award 2009" nominiert war.
Und ebenfalls 2009 wurde Helga Traxler mit ihrer Serie "Smells like summer" für die "New York Photo Awards 2009" in der Kategorie "Student Editorial Single" nominiert.
Wie lauten die Zukunftswünsche der erfolgreichen Jungfotografin?
"Dass ich mit meinen Fotoarbeiten gut verdienen kann und mir genug Zeit bleibt, um reisen und neue Eindrücke gewinnen zu können - und noch Zeit für meine Träume zu haben", so Helga Traxler.
Text: Matthias Osiecki · 20.03.2010
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