Charles Kriel

Songs for G

“Songs for G", geschrieben zwischen Weihnachten 1996 und Mai 1997, ist eine reflexive Arbeit, die sich mit einigen Erzählungen auseinandersetzt, die mir von einer Freundin - einer Künstlerin - berichtet wurden, die es selbst zu schwer fand, sie in einem kreativen Werk zu erzählen.

“Songs for G" versucht nicht, den Inhalt nachzuerzählen, sondern vielmehr den Zuhörer in einen psychologischen Raum zu versetzen, der möglichst vergleichbar ist mit jenem, in dem ich mich beim Komponieren dieses Werks befand, und jenem, der von G in einem erheblichen Teil ihres Lebens bewohnt wurde.

Psychologischer Raum

“Dottir", der erste Teil, wurzelt im Tochter-Sein und in jenem widersprüchlichen Leben, das man als Kind einer Verrückten führt. Die Untertitel beziehen sich auf Abschnitte innerhalb “Dottirs" und auf einen “gezielten" Dialog zwischen Kind und Mutter.

“My eyes wet with the morning sun, he walked with his back to the west" (Meine Augen feucht mit der Morgensonne, ging er, dem Westen seinen Rüken kehrend) hat seine psychologische Quelle in den Schwierigkeiten, nach dem Erwachen aus einer verbitternden und dennoch nur wenig hinterfragten Kindheit eine reife romantische Liebe zu schaffen und aufrecht zu erhalten. “Someplace better than this place" ist der zweite Nachsatz und folgt auf “My eyes...", wie “My eyes..." auf “Dottir" folgt. Das Werk endet so zwiespältig, wie auch G und ihre Geschichten sind.

Text: Charles Kriel