von Teresa Präauer

Haare, Rosen, Brot

Die Track 5’ - Finalisten Teresa Präauer und Wolfram Leitner haben einen Beitrag eingereicht, der sich mit Sprach- und Verständnisverlust, dem Interpretieren des Lebens der Anderen befasst und die Weltanschauungen von Enkeln und Großeltern miteinander konfrontiert.

"Wie sagt ihr...?"

"Haare, Rosen, Brot" ist vielleicht ein Gespräch zwischen Enkeln und Großeltern, zwischen Dialekt, Dialektforschung und der Schriftsprache. Im Beitrag von Teresa Präauer und Wolfram Leitner werden Themen wie das generationsübergreifende Verstehen, Sprachprobleme und nicht zuletzt Verständnisprobleme aufgegriffen. Und es geht in dieser Produktion vorrangig um Sprach- und Verständnisverlust. "Es könnte um Leben gehen und um das Interpretieren vom Leben der Anderen", schreiben die beiden Autoren dazu im Statement zu ihrer Arbeit.

Eine Enkelin spricht mit ihren Vorfahren, stellt Fragen. Bei diesem Dialog kommen unter anderem auch Footage-O-Töne aus bayerischen und salzburgerischen Dialektatlanten zu Wort. Sie stehen exemplarisch für die Generation der Großeltern, scheinen typisch für diese Generation zu sein. "Haare, Rosen, Brot" ist der Versuch eines Diskurses über Lebenswelten, die hier einander begegnen.

Präauer und Leitner konfrontieren Weltbilder miteinander. "Es könnte sein, dass diese Enkelin Fragen stellt, wie ist und wie war euer Leben?" schreiben sie in ihrem Konzept. Und der Hörer kann sich dabei vorstellen, wie eine Angehörige der heutigen Generation dabei vergilbte Fotos und Postkarten hervorkramt, sie beschreibt und interpretiert. In Erinnerungsbildern blitzen einzelne Lebensstationen auf. Sie werden in zum Teil sehr lyrischen Textpassagen dargestellt.

Begleitet sind sie von Motiven, die einen Einblick in das Denken und die Lebenswelten früherer Generation zu geben versuchen. Programmatisch haben Präauer und Leitner dazu Worte gewählt, die im Lauf der Zeit einen nicht zu vernachlässigenden Bedeutungswandel in unserem heutigen Alltagsleben erfahren haben: Haare, Rosen, Brot, Wetter, Wege, Sehen und Verstehen.

Kurzbiografien

Teresa Präauer wurde in Linz geboren , ihre Jugend verbrachte sie allerdings in St. Johann im Pongau (Salzburg). Nach ihrem Studium der Germanistik und der Malerei in Salzburg und Berlin war Teresa Präauer als Postgraduate an der Akademie der bildenden Künste in Wien. Im Rahmen mehrerer Stipendien führten sie ihre Wege unter anderem zu Arbeitsaufenthalten nach Budapest und Dresden.

2004/2005 erhielt sie ein Arbeitsstipendium des Bundesministeriums für Unterricht und Kunst, 2006 wurde ihr die "Talentförderungsprämie für bildende Kunst des Landes Oberösterreich" zugesprochen. Nach Ausstellungen in Dresden, Hamburg und Düsseldorf wurden Präauers Arbeiten 2008 am IFK in Wien präsentiert.

Wolfram Leitner ist Absolvent der FH Salzburg. Dort besuchte er die Klasse für Multimedia Art und Audiovisuelle Kommunikation. Wolfram Leitner ist derzeit als freier Sounddesigner und Musiker aktiv. In der vorliegenden Produktion zeichnet er für Tongestaltung und Sounddesign verantwortlich.

Veranstaltungs-Tipp
Lange Nacht des Hörspiels, Freitag, 20. Februar 2009, 19:00 Uhr, Klangtheater des RadioKulturhauses

Link
RadioKulturhaus