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Marlies Gaugl, Querflöte

Volksoper-Musikerin im "Intrada"-Porträt

Die Musik liegt in der Familie: Marlies Gaugl, Jahrgang 1983. Nach dem Flöte-Studium in Wien macht sie ein Pädagogik-Studium an der Expositur der Musik-Uni Graz/Oberschützen. Seit 2009 war sie an der Volksoper Wien tätig. Ab Februar 2011 ist Gaugl nun als 1. Flötistin an der Grazer Oper engagiert.

"Ich bin mit Musik aufgewachsen. Mein Vater, der Volksmusik spielt, ist ein Vollblutmusiker und hat großes Interesse für Operette. Mein Bruder spielte Klarinette. Also wurde bei uns zuhause immer gespielt und gesungen.

Ich habe zunächst in der Musikschule Pöllau mit der Blockflöte begonnen. Meine damalige Lehrerin unterrichtete auch Querflöte-Flöte. Und ich war von diesem Instrument sofort fasziniert, weil es für mich viel schöner als eine Blockflöte aussah. Nach zwei Jahren habe ich schließlich zur Querflöte gewechselt", berichtet Marlies Gaugl, gebürtige Steirerin aus Vorau, die in Pöllau aufgewachsen ist, Jahrgang 1983, über ihre Anfänge.

Mit dem Konzertfach-Studium Querflöte hatte Gaugl, die damals noch die Bildungsanstalt für Kindergartenpädagogik Hartberg besuchte, wo sie 2002 mit Auszeichnung maturierte, bereits im Jahr 2000 an der Expositur Oberschützen der Musik-Universität Graz bei Herbert Weissberg begonnen.

Parallel dazu absolvierte sie ein IGP-Studium an der Musik-Universität Wien, das sie 2007 mit dem Bachelor beendete.

2005 wechselte Gaugl an die Musik-Uni Wien zu Hansgeorg Schmeiser und schloss 2008 das Konzertfach-Studium mit Auszeichnung ab. Nun setzt die ambitionierte Flötistin, deren Bruder Erster Klarinettist in der Grazer Oper ist, in Oberschützen mit dem IGP-Masterstudium bei Erwin Klambauer, dem Solo-Flötisten des RSO Wien, fort. Abschließen will sie bis 2012.

Das Ö1 Magazin "Intrada" widmete der erfolgreichen Nachwuchs-Flötistin am 16. April 2010 ein Radioporträt.

Marlies Gaugl spielt aus Werken von Mozart, Vivaldi und Martinu (Ausschnitte).

Erasmus-Stipendium in Lyon

Vor drei Jahren absolvierte sie ein Erasmus-Stipendium am "Conservatoire National Supérieur Musique et Danse" in Lyon, wo sie unter anderem bei Kapazitäten wie Philippe Bernold und Philippe Pierlot, dem Soloflötisten des Orchestre National de France, studierte. Weiters hatte sie Piccolo-Unterricht bei Gilles Cottin, der Solist an der Oper Lyon ist.

Davor Karenz-Stelle an der Volksoper

2009 erhielt die junge Musikerin einen wichtigen Beweis für ihr Können: Marlies Gaugl wurde als Karenzvertretung für Zweite Flöte und Piccolo-Flöte zunächst bis Ende Juni 2010 an die Wiener Volksoper engagiert:

"Ich habe vor vier Jahren das erste Mal in der Volksoper gespielt, und zwar war die Silvester-Vorstellung der 'Fledermaus'. Die Orchester-Mitglieder waren sehr zufrieden und ich bekam immer mehr Dienste.

Ich wurde dann gefragt, ob ich für eine ganze Saison als Karenz-Vertretung zur Verfügung stünde", erzählt junge Musikerin, deren Vertrag schließlich bis Ende Dezember 2010 verlängert wurde.

In Prokofjews "Drei Orangen"

Seit April 2010 war Gaugl in der Neuproduktion von Prokofjews Oper "Die Liebe zu den drei Orangen" unter Leitung von Alfred Eschwé zu hören.

Auch im RSO Wien

Seit 2003 konnte Gaugl umfangreiche Orchester-Praxis sammeln: sie spielte unter anderem mit den Uni-Orchestern von Graz und Wien, wo sie unter Pierre Boulez konzertierte, und war Mitglied des Wiener Jeunesseorchesters.

Bis 2008 war sie Erste Flötistin des "European Union Youth Orchestra", mit dem sie unter Vladimir Ashkenazy, Sir Colin Davis und Herbert Blomstedt auftrat. Weiters substituierte sie bei den NÖ. Tonkünstlern sowie bei "Recreation: Großes Orchester Graz". Und sie wirkte auch im RSO Wien mit, mit dem sie im Juni 2010 auftrat.

"Trio Frizzante"-Debüt im Herbst 2010

Aber auch die Kammermusik hat für Marlies Gaugl große Bedeutung.

Und so hat sie mit der Cellistin Steffanie Waegner und der Pianistin Doris Lindner das "Trio Frizzante" gegründet.:

"Wir haben uns im Rahmen einer Diplom-Prüfung gefunden und hatten sofort gute Resonanz. Unser Debüt-Programm haben wir im vergangenen Herbst zunächst in Pöllau und in Oberschützen präsentiert."

Als Erste Flötistin reüssieren

Wie lauten die Zukunftswünsche der erfolgreichen Flötistin?

"In einem renommierten Orchester spielen zu dürfen und in Österreich bleiben zu können, denn hier sind meine Wurzeln. Natürlich wäre es wunderbar, wenn ich eine Solo-Flötenstelle bekäme", so Marlies Gaugl.

Gestaltung: Matthias Osiecki · 16.04.2010

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