Drogenbericht 2009

Die Anzeigen wegen Drogendelikten in Österreich sind im Vorjahr um mehr als 13 Prozent gestiegen. Das berichtet das Innenministerium in seiner aktuellen Statistik. Insgesamt wurden im Vorjahr fast 23.000 Vergehen nach dem Suchtmittelgesetz angezeigt.

Abendjournal 05.05.2010

Ware um 40 Millionen Euro sichergestellt

Mehr als 60 Anzeigen wegen Delikten in Zusammenhang mit Drogen gibt es pro Tag, so die Statistik des Innenministeriums. Insgesamt wurden Substanzen mit einem Schwarzmarktwert von knapp 40 Millionen Euro sichergestellt - das ist mehr als doppelt so viel wie im Jahr davor.

Mehr Kontrolle

Der Grund: es werde nicht mehr konsumiert, sondern mehr kontrolliert, sagt Innenministerin Maria Fekter:"In Drogenbereich gibt es nicht ein Opfer, der eine Anzeige erstattet, wo man nach dem Täter suchen muss, sondern hier ist der Konsument und der Dealer immer unter einer Decke und hier entstehen die zusätzlichen Steigerungsrate in der Kriminalstatistik dadurch , dass wir den Kontrolldruck erhöhen."

"Therapie statt Strafe"

In Österreich gilt generell das Motto "Therapie statt Strafe" für Drogenkonsumenten. Für Innenministerin Fekter ist das zu wenig. In Österreich werde etwa ein Drogenlenker nur dann bestraft, wenn seine Verkehrstauglichkeit beeinträchtigt ist.

Fekter für präventive Maßnahmen

In Deutschland hingegen führe bereits der nachgewiesene illegale Konsum von Drogen zu einer Verwaltungsstrafe inklusive möglichem Führerscheinentzug.“Das hat enorm präventiver Charakter, speziell für junge Leute, die unter Umständen fürchten müssen ein Gutachten beizubringen dass sie überhaupt Verkehrstauglich sind und die würde ich mir wünschen."

Heroin, Kokain und Cannabis

Dominiert werde der Markt in Österreich nach wie vor von Heroin, Kokain und von Cannabis. Der Konsum von Ecstasy gehe hingegen eindeutig zurück. Eine größere Nachfrage gebe es allerdings im Bereich der Amphetamine, das sind synthetische aufputschende Substanzen.