Computerprogramme und biologische Abläufe

Mit computerisierten biologischen Abläufen und Computerprogrammen beschäftigt sich das Computer Science Symposium, das als Teil der Veranstaltungen rund um die Ein-Jahr-Feierlichkeiten des IST Austria in Klosterneuburg stattfindet.

Wobei es diesmal um die Übertragbarkeit von Abläufen in Computern auf biologische Abläufe in Zellen geht, erläutert IST-Präsident Thomas Henzinger: "Die Idee dahinter ist, dass biologische Systeme, wie zum Beispiel lebende Zellen, eigentlich nicht so unterschiedlich sind von Programmen. Es passieren bestimmte Ereignisse in kausalen Zusammenhängen in einer Zelle und mehrere Zellen interagieren miteinander, sowie Programme interagieren. Diese mathematischen Methoden zur Programmentwicklung könne auch auf Signalen zwischen Zellen angewendet werden, um da neues Verständnis zu bekommen."

Am Freitag, den 7. Mai geht es um die Frage, wie stabil, sicher und fehlerfrei können Computerprogramme gemacht werden. Wobei die größte Schwierigkeit im Zusammenspiel von Programmen besteht.

Programmieren – Wissenschaft oder Kunst?

Programmieren sollte daher immer mehr von einer Kunst zu einer Ingenieurswissenschaft werden, sagt der Grazer TU-Professor Roderick Bloem: "So sollte es sein, so ist es nicht im Moment. Wie macht man ein Computerprogramm? Man programmiert was, man denkt drüber nach, man glaubt es wird wohl richtig sein und dann probiert man es aus. Man probiert es öfters aus, das geht so nach dem Motto: Wenn es hundertmal richtig funktionier hat, dann wird es das hunderterste Mal auch richtig funktionieren. Und das ist einfach nicht wahr, für komplexe Systeme stimmt das nicht."

Mit diesen Themen befassen sich in Österreich aber nicht nur die Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen am IST, auch an anderen Universitäten in Österreich wird in diesen Bereichen gearbeitet.

Insgesamt neun Forscher und Forscherinnen haben sich daher zu einer Plattform zusammengeschlossen, erläutert Helmuth Veith von der TU Wien. Absolut fehlerfreie Programme werde es allerdings nie geben, sagt Veith. "Was wir erzielen können, und das ist das Ziel, das uns hier zusammenführt, sind Programme die besser funktionieren. Weniger Fehler, größere Voraussagbarkeit."

Neben dem IST und den Technischen Universitäten Graz und Wien sind auch die Universitäten Linz und Graz in der Informatik-Plattform mit dem Kürzel ARISE vertreten.

Text: Franz Simbürger