Wie die Unis zu Geld kommen sollen

Kooperation und private Gelder

Das Budget von Österreichs Universitäten ist bis zum Jahr 2012 zwar gesichert, aber ab 2013 soll es eingefroren und damit faktisch gekürzt werden. Wissenschaftsministerin Beatrix Karl (ÖVP) hat nun erläutert, wo sie Sparpotenziale sieht: bei der Kooperation von Universitäten. Zusätzlich sollen mehr private Gelder fließen.

Morgenjournal 18.05.2010

Harte Verhandlungen

Eines stellt Beatrix Karl klar: Der Sparkurs treffe alle Ministerien, und das Wissenschaftsressort sei davon gar nicht einmal am stärksten betroffen, doch wie hoch die Kürzungen ausfallen, werde erst bei den Budgetverhandlungen im Herbst entschieden. "Das werden harte Verhandlungen werden, für alle Ministerkollegen."

Mehr private Mittel

Wenn der Staat spart, müssen andere Finanzierungquellen her. Hier soll die Wirtschaft in die Bresche springen, sagt Karl: Nur 0,1 der 1,3 Prozent des Bruttoinlandsproduktes, die für die Hochschulen aufgewendet werden, kommt aus der Privatwirtschaft. "Da haben wir Nachholbedarf, hier sehe ich mehr Möglichkeiten der Zusammenarbeit mit der Wirtschaft, damit mehr private Mittel an unsere Universitäten fließen."

Mehr Kooperation

Gespart werden muss trotzdem, und zwar schon vor 2013. Beatrix Karl hat konkrete Vorschläge: Etwa mehr Zusammenarbeit und gemeinsame Nutzung von Gebäuden und Einrichtungen durch mehrere Unis oder Fachhochschulen. Die Steirerin Karl nennt ein Beispiel aus ihrem Heimatbundesland: die Naturwissenschaft in Graz. Dort hätten sich die TU und die Karl-Franzens-Universität zusammen geschlossen, würden gemeinsam Studien anbieten und gemeinsam die Infrastruktur nutzen. Außerdem sollte es mehr Kooperation zwischen Universitäten und Fachhochschulen geben.

Aus einer Quelle wird jedenfalls auf längere Sicht kein Geld sprudeln, sagt Karl: Studienbeiträge wären zwar aus ihre Sicht sinnvoll, seien aber aus politscher Sicht derzeit kein Thema.

Leistungsvereinbarungen bleiben

Und noch einmal bekräftigt die Ministerin , dass in den nächsten zwei Jahren vorerst alles bleibt wie es ist: In die bis 2012 laufenden Leistungsvereinbarungen mit den Universitäten und das Budget des Wissenschaftsfonds FWF wird trotz der anstehenden Budgetkürzungen im Wissenschaftsbereich nicht eingegriffen.

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