Zwei Premieren im All

Japan schickt ein Sonnensegel ins All

Japan hat in der Nacht seinen ersten Venus-Satelliten in die Erdumlaufbahn geschickt und - mit derselben Trägerrakete - auch erstmals ein solar-betriebenes Vehikel.

"Ikaros" nennt die japanische Raumfahrtagentur ihr neuartiges Vehikel: es ist ein Sonnensegel, ähnlich einem Winddrachen; die Abkürzung Ikaros steht für das Englische "Interplanetary Kite-craft Accelerated by Radiation Of the Sun" - also in etwa "Interplanetares Segel angetrieben von Sonnenstrahlung".

Das Sonnensegel ist 14 mal 14 Meter groß und hauchdünn: angeblich nur 0,007 Millimeter. Es besteht aus Polyamid-Harz und wird mithilfe von Solarzellen, die Licht in Strom umwandeln, angetrieben sowie vom Druck der Sonnenpartikel - wie die Japanische Weltraumbehörde Jaxa auf ihrer Internetseite in einem Video veranschaulicht.

Die quadratische Membran entfaltet sich in den nächsten Wochen im Weltall durch Rotation von selbst, so der Plan der japanischen Konstrukteure, vier Gewichte an den Ecken sollen das Segel straff ziehen.

Ein halbes Jahr lang soll "Ikaros" im Einsatz sein - wenn möglich, erhofft sich die Japanische Weltraumagentur, in dieser Zeit auch das Segel zu navigieren, zu beschleunigen, auszurichten und zu steuern.

Sollte das Sonnensegel wie geplant funktionieren, hofft Japan in Zukunft mit größeren Membranen und vor allem tiefer ins Weltall zu segeln. Letztlich schwebt eine Art "Hybrid"-Antrieb für Raummissionen vor, mit dem man Treibstoff sparen könnte.