Christian Köberl setzt auf Dinos

Naturhistorisches Museum hat neuen Chef

Der Geologe und Meteoritenforscher Christian Köberl tritt sein Amt als neuer Generaldirektor des Naturhistorischen Museums in Wien an. Mit ihm ziehen auch konkrete Pläne für einen großen Saal für und mit den Urzeit-Riesen ein. Weitere Ziele: eine Ausstellung über Höhlenforschung und eine Neupräsentation der anthropologischen Sammlung.

Morgenjournal, 01.06.2010

Aushängeschild Dinosaurier

Köberl beginnt seinen ersten Arbeitstag als Generaldirektor des Naturhistorischen Museums mit einem Kaffee – und einer Besprechung mit dem Vize-Direktor. Köberl hat ehrgeizige Pläne: Neben einer Ausweitung der Forschungsaktivitäten, einer Ausstellung über Höhlenforschung und einer Neupräsentation der anthropologischen Sammlung setzt er vor allem auf die Aushängeschilder jedes naturkundlichen Museums: Die Dinosaurier. „Jedes naturgeschichtliche Museum hat Dinosaurier, die Dinosaurier sind besonders beliebt, und hier möchten wir gerne den Saal der doch schon 40 Jahre alt ist, als erstes modernisieren“, sagt Köberl.

Mars und Mond im NHM

Selbst ist Köberl eher auf Meteoriten und andere Objekte aus dem All spezialisiert. Hier ist das Naturhistorische Museum besonders gut ausgestattet. Köberl: „Wir haben die größte Schausammlung an Meteoriten der Welt. Steine, die aus dem Weltall kommen, die uns etwas erzählen über die Frühgeschichte der Erde, über die Entstehung des Planetensystems. Wir haben Stücke vom Mars im Museum und Stücke vom Mond. Die möchten wir natürlich besonders hervorkehren.“

Wissen vermitteln

In der Diskrepanz zwischen dem Museum als Präsentationsstätte von biologischen und geologischen Schaustücken und kunsthistorischem Gebäude sieht Köberl kein Problem: „Naturhistorischen Museen sind auch Stätten für die Forschung. Wir wollen das wieder weiter in den Vordergrund stellen. Die Sammlungen des Museums sind einzigartig, es ist eines der besten Museen der Welt. Wenn es uns gelingt, den Leuten das Wissen zu vermitteln, das Naturwissenschaften etwas Wichtiges, Bedeutendes und gesellschaftlich Relevantes sind, dann haben wir gewonnen.“

Suche nach neuen Sponsoren

Für diese ehrgeizigen Pläne muss auch die Finanzierung stimmen. Das Naturhistorische Museum steht mit anderen Bundesmuseen in Wettbewerb, was das Akquirieren von Geldmitteln betrifft. Köberl will sich daher neu positionieren, „in die Richtung, dass wir die modernen Naturwissenschaften vermitteln. Dazu gehören auch Rohstoffforschung, Biochemie und Pharmazie.“ Dann sollte es einfacher sein, Sponsoren für seine Pläne zu finden, hofft Köberl.