Kritik am Bologna-Prozess
150 Jahre Zivilingenieure
Die Zivilingenieure feiern ihr 150-jähriges Bestehen als Berufsgruppe in Österreich. Sie fordern unter anderem die Privatisierung öffentlicher Leistungen und kritisieren die drei-stufige Ausbildung im Zuge des Bologna-Prozess.
8. April 2017, 21:58
Eine Seilbahn, eine Brücke, eine Kläranlage, ein Stadtviertel - mit derartigen Bildern wirbt der Berufsstand Zivilingenieur und Ingenieurkonsulent um Nachwuchs und veranschaulicht die Breite der Aufgaben.
Und dafür brauche es ein gewisses Niveau in der Ausbildung, doch das sinke durch den europäischen Bologna-Prozess - im Zuge dessen Studien von den zwei Stufen Diplom und Doktorat auf drei Stufen, mit Bachelor, Master und Doktor, umstrukturiert werden.
Der Vorsitzende der Bundessektion Ingenieurkonsulenten, Josef Robl, meint dazu:"Viele, viele Staaten, und da ist Österreich und Deutschland leider nicht dabei, haben erkannt das im technischen Bereich diese erste Stufe, diese Bachelor-Ausbildung mit sechs Semestern einfach nicht machbar ist. Die anderen Staaten wie zum Beispiel Bulgarien oder unsere Nachbarländer Tschechien, Slowakei oder Griechenland etc. haben gesagt, das schaffen wir nicht im technischen Bereich mit sechs Semestern, wir machen acht Semester."
Abgesehen vom Thema Ausbildung nimmt die Standesvertretung das 150-Jahr-Jubiläum zum Anlass, auch eine Änderung des Berufsgesetzes zu fordern: so ist vor 16 Jahren der Beruf "Zivilingenieur" durch den Beruf "Ingenieurkonsulent" ersetzt worden - doch der sei eben eine beratende Tätigkeit und kein Generalunternehmer mehr, so die Kammer.
