17 Tote bei Kämpfen zwischen Armee und PKK

Blutige Gefechte in der Türkei

Im Südosten der Türkei sind die Kämpfe zwischen der türkischen Armee und der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK wieder aufgeflammt. In der Nacht auf Donnerstag sind 17 Menschen getötet worden. Eine Ursache dafür könnte sein, dass die Gespräche zwischen Regierung und Rebellen zum Erliegen gekommen sind.

Abendjournal, 1.7.2010

PKK-Kämpfer greifen Soldaten an

Die schweren Gefechte haben in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag begonnen. Kämpfer der kurdischen Arbeiterpartei PKK haben zeitgleich eine Einheit der Armee nahe der Grenze zum Irak und eine pro-türkische Miliz angegriffen.

Das türkische Militär setzte unbemannte Drohnen und Kampfhubschrauber ein und vertrieb nach eigenen Angaben die Rebellen.

Gespräche auf Eis gelegt

In den vergangenen Wochen haben die Spannungen im Südosten der Türkei wieder zugenommen, nachdem die Gespräche zwischen der Türkei und dem seit Jahren in Haft sitzenden Führer der PKK, Abdullah Öcalan, nicht mehr vom Fleck kamen. Die Türkei will den Kampf gegen die PKK verschärfen und plant, dazu 500.000 Soldaten einzusetzen.

Terrorgruppe oder Freiheitskämpfer?

Die Kurden in der Türkei beklagen fortwährende und systematische Diskriminierung ihrer Volksgruppe durch den Staat. Die EU und die USA stufen die PKK dagegen als Terrorgruppe ein. Der Konflikt hat in den vergangenen Jahrzehnten mehr als 40.000 Menschen das Leben gekostet.

PKK-Aktivisten in Syrien verhaftet

Die kurdischen Rebellen ziehen sich immer wieder in den Irak und nach Syrien zurück, wenn der Druck der Armee zu groß wird. In Syrien sind nach Angaben der amtlichen türkischen Nachrichtenagentur bei einem Großeinsatz 400 Menschen verhaftet und elf erschossen worden. Syrien hat vor kurzem der Türkei versprochen, verstärkt und gemeinsam gegen die PKK vorzugehen.

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Morgenjournal, 02.07.2010

Christian Lininger im Gespräch mit Cengiz Günay, Österreichisches Institut für Internationale Politik