17 Tote bei Kämpfen zwischen Armee und PKK
Blutige Gefechte in der Türkei
Im Südosten der Türkei sind die Kämpfe zwischen der türkischen Armee und der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK wieder aufgeflammt. In der Nacht auf Donnerstag sind 17 Menschen getötet worden. Eine Ursache dafür könnte sein, dass die Gespräche zwischen Regierung und Rebellen zum Erliegen gekommen sind.
8. April 2017, 21:58
Abendjournal, 1.7.2010
PKK-Kämpfer greifen Soldaten an
Die schweren Gefechte haben in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag begonnen. Kämpfer der kurdischen Arbeiterpartei PKK haben zeitgleich eine Einheit der Armee nahe der Grenze zum Irak und eine pro-türkische Miliz angegriffen.
Das türkische Militär setzte unbemannte Drohnen und Kampfhubschrauber ein und vertrieb nach eigenen Angaben die Rebellen.
Gespräche auf Eis gelegt
In den vergangenen Wochen haben die Spannungen im Südosten der Türkei wieder zugenommen, nachdem die Gespräche zwischen der Türkei und dem seit Jahren in Haft sitzenden Führer der PKK, Abdullah Öcalan, nicht mehr vom Fleck kamen. Die Türkei will den Kampf gegen die PKK verschärfen und plant, dazu 500.000 Soldaten einzusetzen.
Terrorgruppe oder Freiheitskämpfer?
Die Kurden in der Türkei beklagen fortwährende und systematische Diskriminierung ihrer Volksgruppe durch den Staat. Die EU und die USA stufen die PKK dagegen als Terrorgruppe ein. Der Konflikt hat in den vergangenen Jahrzehnten mehr als 40.000 Menschen das Leben gekostet.
PKK-Aktivisten in Syrien verhaftet
Die kurdischen Rebellen ziehen sich immer wieder in den Irak und nach Syrien zurück, wenn der Druck der Armee zu groß wird. In Syrien sind nach Angaben der amtlichen türkischen Nachrichtenagentur bei einem Großeinsatz 400 Menschen verhaftet und elf erschossen worden. Syrien hat vor kurzem der Türkei versprochen, verstärkt und gemeinsam gegen die PKK vorzugehen.
Kein Frieden in Sicht: Gespräch mit Cengiz Günay
Einen Monat ist es nun her, dass die Kämpfer von der kurdischen Arbeiterpartei PKK ihren Waffenstillstand mit dem türkischen Militär aufgekündigt haben - und seitdem greift die PKK nun alle paar Tage Militäreinrichtungen an, und das türkische Militär schlägt nicht weniger hart mit Elitetruppen und Hubschraubern zurück. Erst gestern wurden wieder 17 Tote aus dem Gebiet nahe der Grenze zum Irak gemeldet.
Der bewaffnete Kampf scheint also wieder voll aufgeflammt zu sein - und das, obwohl die Regierung Erdogan ja vor einem Jahr eigentlich eine Initiative zur friedlichen Beilegung des Konflikts mit den Kurden gestartet hat. Was aus dieser Initiative geworden ist, darüber hat Christian Lininger mit dem Türkei-Experten Cengiz Günay gesprochen.
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Mehr zum Thema Türkei in oe1.ORF.at
Morgenjournal, 02.07.2010
Christian Lininger im Gespräch mit Cengiz Günay, Österreichisches Institut für Internationale Politik
