Alexander Martinz, transmediale Kunst

Elektroakustische Komposition hat er abgeschlossen: Alexander Martinz, Jahrgang 1979, der nun an der Wiener Angewandten Transmediale Kunst studiert. Im Vorjahr gewann der junge Kärntner, der bereits mehrfach ausgezeichnet wurde, den 1. Preis im Bereich Video des IGNM-Wettbewerbs.

"Ich habe als Kind viel gezeichnet und gemalt. Dann habe ich die Handelsakademie besucht - und so blieb einiges verschüttet.

Später habe ich Popularmusik gemacht, in Bands gespielt und auch komponiert. So kam ich zur Komposition und schließlich zur Kunst", berichtet Alexander Martinz, gebürtiger Klagenfurter, Jahrgang 1979, über seine Anfänge.

Ab 2004 studierte er am Institut für elektroakustische Komposition an der Musik-Universität Wien bei German Toro und schloss seine Komponisten-Ausbildung 2007 ab.

Seit 2007 studiert der junge Künstler nun Transmediale Kunst bei Brigitte Kowanz an der Wiener Angewandten. Beenden wird er sein Kunst-Studium im Sommer 2011.

Studien-Assistent

Seit Beginn seines Studiums an der Angewandten ist Martinz auch Studien-Assistent für den Bereich Audio an der Angewandten.

Und er beschäftigt sich auch mit dem Medium Film: dazu hat er im letzten Semester zur Geschichte des Horrorfilms die Vorlesung "Das Plötzliche, das Phantastische und die Reflexion" gehalten. Eine Vorlesung zum Aspekt der Körperlichkeit in diesem Genre bereitet er für Herbst vor.

Eine ideale Verbindung

"Es war für mich sehr naheliegend, dass ich die Bereiche Musik und Kunst kombiniere. Daher war es ein logischer Schritt, mit dem zeitbasierten klanglichen Medium in den Raum zu gehen und es mit dem Bild zu verbinden", erläutert Alexander Martinz seinen Zugang.

Ausschnitte aus Kompositionen von Alexander Martinz: "Captain America" (2008), "Japanik" (2009) und "Schnitt" (2007).

Musik mit cineastischer Qualität

"Man sagt, dass meine Kompositionen cineastische Qualität haben. Meine Form-Strukturen haben sich schon am Beginn aus Film-Formstrukturen heraus entwickelt", stellt Martinz fest.

Seine Werke wurden unter anderem an der Wiener Musik-Uni, dem IEM Cube Graz, im Kunsthaus Graz bei der "Diagonale Night", im Wiener Kunsthaus, sowie im Wiener Konzerthaus uraufgeführt.

Rekomposition von Resnais- ...

Zu einer der wichtigsten transmedialen Arbeiten von Alexander Martinz zählt "of some dark forbidding place", die im Vorjahr entstanden ist:

"Es ist eine Rekomposition von Alain Resnais 'Letztes Jahr in Marienbad'. Hier kann man genau sehen, was ich mache - wie ich mit Bild und Ton arbeite. Also sämtliches Material aus dem Film destilliere, das ich dann zu einer neuen Komposition herstelle."

... und Hooper-Film

Eine weitere wichtige Arbeit von Martinz ist "sally, final girl", die Rekomposition von Tobe Hoopers amerikanischem Horrorfilm "The Texas Chain Saw Massacre" (1974):

"Dieses Projekt hat sich aus der Beschäftigung mit dem Horrorfilm entwickelt. Es funktioniert ähnlich wie die Resnais-Arbeit, ist aber eine Mehrkanal-Installation."

Vom MAK bis "documenta"

Seit 2008 hat Martinz an zahlreichen Gruppen-Ausstellungen teilgenommen, darunter bei der "Essence" im Wiener MAK (2008), bei einer Schau in der "documenta"-Halle Kassel, bei "Diverse Of-Space" im Wiener Schikaneder Kinoi und dem WUK, bei "ca. 2 jo" im Rahmen des binationalen "Coded Cultures"-Festival (Österreich-Japan), an "Übersetzung" der Abteilung Medientheorie des Instituts für bildende und mediale Kunst der Angewandten, sowie bei "Nachwirkungen" (alle 2009).

Heuer war er mit "of some dark forbidding place" im Gerisch Skulpturenpark in Neumünster vertreten.

1. Preis bei IGNM-Wettbewerb 2009

Inzwischen erhielt Martinz auch zahlreiche Nominierungen und Preise: Nominierungen für den "Ursula Blickle Videopreis" und Aufnahme in das "Ursula Blickle-Videoarchiv", für den ZYX-Videopreis, den 2. Preis des Instituts für Medienproduktion St. Pölten für "Betrunkene Petra bei abwesender Karin" (2008) sowie den 2. Preis des Konzertvereins Kassel (2009).

Und im Vorjahr wurde er mit dem 1. Preis der "Internationalen Gesellschaft für Neue Musik" (IGNM) im Rahmen des Wettbewerbs "Wind um Neue Musik" ausgezeichnet:

"Die Aufgabenstellung war, einen Werbespot für neue Musik zu produzieren. Es war natürlich naheliegend, dafür eigene Musik und eigene Bilder zu verwenden – es hat sehr gut funktioniert", berichtet Martinz, dessen Spot bei IGNM-Veranstaltungen eingesetzt wird.

Als Künstler und Lehrer reüssieren

Derzeit arbeitet der junge Künstler an seiner ersten langen elektroakustischen Komposition und plant Video-Installationen.

Wie seine Zukunftswünsche lauten? "Ich hätte gerne eine Lehrstelle, denn es macht mir viel Freude zu unterrichten. Schön wäre es auch, einen größeren Kompositionsauftrag zu bekommen und später in einem anerkannten Kultur-Institut Österreichs ausstellen zu dürfen", so Alexander Martinz.

Service

E-Mail: Alexander Martinz

"of some dark forbidding place", auf 5 Stück limitierte Edition: DVD/Still Print (A2), 1.800.- Euro, direkt über den Künstler zu beziehen. Editionen anderer arbeiten auf Anfrage.

Universität für angewandte Kunst Wien
Universität für Musik und darstellende Kunst Wien
IGNM - Wind um Neue Musik