Ladenhüter Glühbirne

Am 1. September tritt die nächste Stufe des EU-weiten Glühbirnen-Verbots in Kraft. Ab dann gibt es auch keine 75-Watt Glühbirnen mehr. Im Vorjahr hat das Aus für die 100 Watt-Birnen zu regelrechten Hamsterkäufen geführt. Ein derartiger Ansturm auf Baumärkte und Möbelhäuser ist heuer aber nicht zu erwarten.

Mittagsjournal, 10.08.2010

Dreimal so viele Glühbirnen verkauft

Der Ansturm im Vorjahr war enorm. Viele Menschen haben sich noch rechtzeitig mit den herkömmlichen 100-Watt Glühbirnen eingedeckt, bevor diese endgültig aus den Regalen verschwunden sind. Insgesamt sind bis zum September des Vorjahres drei Mal so viele Glühbirnen verkauft worden, wie im Jahr davor.

Mit dem 1. September 2010 verschwinden jetzt auch die 75-Watt-Glühbirnen aus den Regalen, doch ähnliche Hamsterkäufe wie im Vorjahr sind heuer nicht zu erwarten.

Hamsterkäufe in allen Watt-Stärken

Viele Menschen haben sich einfach einen derartig großen Vorrat angelegt, dass der für die nächsten drei bis fünf Jahre reicht, sagt Stefan Adametz. Er ist in der Wirtschaftskammer für den Elektro-Handel zuständig. Bei den Hamsterkäufen wurden nämlich Glühbirnen in allen möglichen Stärken gekauft, erklärt Adametz, auch solche, die noch einige Jahre erhältlich sein werden, wie 40- oder 25-Watt-Birnen.

Ungeliebte Energiesparlampe

Dementsprechend sind heuer auch deutlich weniger Glühbirnen, aber auch weniger Energiesparlampen verkauft worden. Einfach, weil der Bedarf in vielen Haushalten gedeckt ist.

Zum Verkaufsschlager geeignet war die klassische Energiesparlampe aber ohnehin nie - auch wenn sie 80 Prozent weniger Energie verbraucht, und eine um vieles längere Lebensdauer hat, als eine herkömmliche Glühbirne.

Schlechtes Licht für viel Geld?

Mittlerweile sind zwar schon Energiesparlampen am Markt, die ein ähnlich freundliches Licht abgeben, wie die guten, alten Glühbirnen. Aber Konsumentenschützer kritisieren, dass Energiesparlampen nach wie vor oft zu teuer sind, und die Qualität zu wünschen übrig lässt. So würde auch bei bekannten Marken die Leuchtkraft relativ schnell nachlassen.

Neue Beschriftungsregeln

Die Konsumentenschützer kritisieren aber auch die schlechte Beschriftung der Verpackungen. Zumindest hier gelten ab dem 1. September neue Vorschriften. So muss zum Beispiel auf jeder Verpackung die Lebensdauer der Energiesparlampe stehen, die Wärme des Lichts, und die Zeit nach dem Einschalten, bis die Lampe leuchtet. Auch die Umrechnung auf die alte Wattzahl muss draufstehen.

Lumen statt Watt

Neu ist, dass in Zukunft die Lichtleistung der Lampe in Lumen angegeben werden muss. Je mehr Lumen eine Lampe hat, desto heller ist sie. Die Angabe in Lumen soll beim Vergleichen helfen - zum Beispiel zwischen klassichen Energiesparlampen, Halogen- und LED-Lampen. Denn sie können bei gleicher elektrischer Leistung trotzdem unterschiedlich viel Licht erzeugen.

Die Birne der Zukunft

Apropos LED-Lampen: Sie gelten als die Glühbirnen der Zukunft, und dürften mittelfristig die klassischen Energiesparlampen verdrängen.
Allerdings sind sie jetzt mit etwa 30 Euro pro Lampe noch relativ teuer. Aber schon im Herbst erwartet Stefan Adametz von der Wirtschaftskammer einen Preissturz um die 50 Prozent. Der Vorteil: die LED-Lampen brauchen noch weniger Strom, und haben eine Lebensdauer von 25 Jahren und mehr.