Sieben Millionen brauchen Hilfe

Niger: Flutkatastrophe nach Dürre

Im westafrikanischen Staat Niger drohen nach ungewöhnlich starken Regenfällen im August immer mehr Menschen Hunger und Obdachlosigkeit. Innerhalb nur einer Woche hat sich laut Angaben der UNO die Zahl von 100.000 nun auf 200.000 Obdachlose erhöht. Der Wüstenstaat Niger ist nur im Westen dicht besiedelt, dort wo der gleichnamige Strom Niger fließt.

Mittagsjournal, 29.08.2010

Vorräte zerstört

Als wäre die mörderische Dürre seit unzähligen Monaten nicht verheerend genug gewesen - nun treiben die Fluten des endlos ausufernden Niger die Menschen aus ihren Siedlungen und Dörfern, zerstören das Wenige an Vorräten, das da war und ertränken Ackerflächen und Weideland. Und auf den Märkten treiben in- und ausländische Spekulanten die Getreidepreise in aberwitzige Höhen.

Sieben Millionen brauchen Hilfe

300.000 Kinder unter fünf Jahren sind laut Schätzungen am verhungern; sieben Millionen Menschen, der Hälfte der Bevölkerung Nigers, eines der zehn ärmsten Länder der Welt, muss dringend geholfen werden, dafür reicht aber das Geld von UNO und anderen Hilfsorganisationen derzeit nicht aus. Die Dürre hat die ganze Region in Not gebracht. Im Tschad, in Mali und Mauretanien brauchen laut UNO ebenfalls hunderttausende Nahrungsmittelhilfe.

"Eine vergessene Krisenregion"

Die Hilfsorganisationen appellieren an die internationale Staatengemeinschaft, denn bisher fließt viel zu wenig Geld in die Krisenregion. Rob Baily von der Hilfsorganisation Oxfam beschreibt die Lage: "60 Prozent der Bevölkerung muss mit weniger als einem Dollar pro Tag auskommen. Eines von vier Kindern erreicht das fünfte Lebensjahr nicht. Es ist wirklich eine vergessene Krisenregion."

Dringend benötigt werden jetzt etwa 10.000 Tonnnen Nahrungsmittel und mehr als 60.000 Decken für die Flutopfer. Langfristig wird aber noch viel mehr Hilfe notwendig sein, um dem Menschen im Niger das Überleben zu sichern.