Deutsche Bundesbank will ihn loswerden
Sarrazin wird abberufen
Thilo Sarrazin soll seinen Posten im Vorstand der deutschen Bundesbank verlieren. Sarrazin hatte mit einem Buch für Aufsehen gesorgt, in dem er die Einwanderung aus muslimischen Staaten als nachteilig für Deutschland bezeichnete. Die Entlassung müsste der deutsche Bundespräsident Christian Wulff vollziehen.
8. April 2017, 21:58
Abendjournal, 02.09.2010
Bundesbank beantragt Abberufung
Sie ist nur vier Zeilen lang: Die Meldung, mit der die deutsche Bundesbank heute den viel verlangten Schlussstrich publik macht. Darin heißt es: "Der Vorstand der deutschen Bundesbank hat heute einstimmig beschlossen, beim Bundespräsidenten die Abberufung von Dr. Thilo Sarrazin als Mitglied des Vorstandes zu beantragen." Und weiter: "Der Corporate Governance-Beautragte der deutschen Bundesbank, Professor Uwe Schneider, unterstützt diesen Antrag uneingeschränkt."
Bundesbank geschädigt?
Cooperate Governance, das ist das Wohlverhalten von Unternehmen. Ein wichtiger Punkt, denn die Entlassung Thilo Sarrazins könnte noch auf juristischen Widerstand stoßen und da geht es um den Nachweis, ob Sarrazin seinen Arbeitgeber, die Bundesbank, vorsätzlich geschädigt hat.
"Deutschland schafft sich ab"
Sarrazin hatte in seinem Aufsehen erregenden Buch "Deutschland schafft sich ab" und später in Interviews wortreich ausgeteilt: "Nach einer mehr als 1000-jährigen Geschichte ist das deutsche Volk rein quantitativ, auf dem Weg, sich selbst abzuwickeln." Vor allem seine Äußerung, alle Juden hätten ein bestimmtes Gen, sorgte für Empörung. Das Ende der Karriere Thilo Sarrazins nimmt Bundeskanzlerin Angela Merkel - wie sie verkünden ließ - mit Respekt zur Kenntnis.
