Kuhmilch-Eiweißallergie bei kleinen Kindern

Die "Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde" warnt vor "Kuhmilch-Eiweiß-Allergie" bei kleinen Kindern. Sie kann schwere Folgen haben, wird aber in den meisten Fällen nicht richtig erkannt. Ein neuer Leitfaden soll die Früherkennung erleichtern.

Je nach Studie leiden drei bis zehn Prozent der Kleinkinder unter einer echten Kuhmilch-Eiweißallergie, das heißt sie kriegen von der Hautrötung über Husten und Erbrechen alle möglichen Zustände. Und das wo doch Tiermilch in so vielen Babynahrungsmitteln enthalten ist.

Wenn die Allergie nicht erkannt wird, und das ist schon fast bei sieben von zehn Betroffenen der Fall, droht diesen Kindern eine langjährige Allergiker-Karriere, sagt der St.Pöltner Kinderarzt Primarius Karl Zwiauer von der Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde:

"Die Dunkelziffer ist sehr hoch. Wir gehen davon aus, dass 70, 80, 90 Prozent, der Kinder die tatsächliche eine Kuhmilch-Eiweiß-Proteinallergie haben nicht diagnostiziert sind und nicht therapiert sind. Die Symptome sind, und das ist das Problem der Kuhmilch-Eiweiß-Proteinallergie, sehr, sehr unterschiedlich, sehr bunt, sie können die unterschiedlichsten Organsysteme betreffen. Von der Haut über den Magen-Darmtrakt über die Atemwege, letztendlich diese schweren Reaktionen, die dann lebensbedrohlich erscheinen können."

Dabei ist die Therapie vergleichsweise einfach und effektiv. Mit einer speziellen therapeutischen Nahrung ist das Problem meist in wenigen Monaten, spätestens nach zwei Jahren gelöst. Doch, so Zwiauer: Nicht alle heimischen Krankenkassen zahlen diese Nahrung auch, allerdings: "Eines ist klar: es gibt keine andere Therapie für diese Kinder als diese Eiweißhydrolesate, die sehr teuer sind und die quasi das Medikament für diese Patienten sind."

Der Appell der Kinderärzte an den Hauptverband: Freigabe der therapeutischen Nahrung für Kinder mit Kuhmilch-Eiweißallergie.