Die Ergebnisse von Nagoya
UNO-Artenschutzkonferenz
Heute geht im japanischen Nagoya die UNO-Artenschutzkonferenz 2010 zu Ende. 193 Staaten verhandelten 12 Tage lang, wie man gemeinsam die Vielfalt an Tier- und Pflanzenarten und deren Lebensräume erhalten kann.
9. April 2017, 17:51
Die Ziele von Nagoya sind ambitioniert, aber es ist fraglich, ob sie erreicht werden. Eines der Hauptthemen war ein Abkommen gegen Bio-Piraterie: Industrienationen sollen Entwicklungsländer am Gewinn eines Medikaments beteiligen, wenn der Wirkstoff darin aus der biologischen Ressource des Entwicklungslandes stammt. Man denke an Stoffe aus der Kegelschnecke gegen Schmerzen oder an Madagaskar-Immergrün gegen Krebs.
Aber - so Beate Striebel von der Umweltorganisation WWF Österreich: "Der große Streitpunkt zurzeit ist, dass viele Länder des Südens darauf beharren, dass dieses faire System auch rückwirkend angewandt wird. Das würde bedeuten, das Pharmafirmen und Konzerne des Nordens Gewinne rückwirkend abführen müssten" und darauf wollen sich die Industriestaaten nicht einlassen.
Aber auch wenn man sich in diesem Punkt nicht einig werde, sei nicht alles verloren, so die Naturschutz-Expertin:
"Es gibt einzelerfolge einzelner Staaten wie Brasilien und Argentinien, das gerade ein großes Meeresschutzgebiet ausgewiesen hat."
Einigen konnten sich die UNO-Länder zum Beispiel darauf, in Zukunft nicht nur Küsten sondern auch freie Ozean-Zonen zu schützen.
Einigkeit in einem zweiten Punkt: Abholzung stoppen, Wälder erhalten: dafür haben Staaten wie Japan, Großbritannien und Deutschland Geld in Millionenhöhe bereitgestellt.
Unabhängig vom Ausgang der UNO-Artenschutzkonferenz meint Striebel vom WWF: "Während 2010 noch immer nicht das Jahr war, in dem der Verlust an Biodiversität gestoppt werden konnte, könnte 2011 das Jahr werden, in dem wir eine glaubwürdige Verpflichtungserklärung aller Länder dieser Welt bekommen, um den Weg zum Schutz der Biodiversität weiterzugehen."
Hochgerechnet sind in den zwölf Tagen der UNO-Konferenz Schätzungen zufolge 1.560 Tier- und Pflanzen-Arten weltweit ausgestorben.
Service
Artenschutzabkommen (engl.)
