Biologischen Artenvielfalt und Wohlstand

Biologische Artenvielfalt sichert unsere Existenz und unsere Wirtschaft. Herkömmliche Maße für den Bevölkerungswohlstand berücksichtigen das nicht; ein Forschungsprojekt zur Landnutzung in Österreich verknüpft ökonomische und ökologische Kenngrößen.

Natur, deren Nutzung und die politische Steuerung der Nutzung - etwa durch Fördergelder oder durch hohe Steuern auf Dünger oder Treibstoff - diese Ebenen miteinander zu verknüpfen, versucht das interdisziplinäre Forschungsprojekt.

Ein Beispiel

Wie sich Landwirtschaft auf die biologische Artenvielfalt auswirkt - schildert Erwin Schmid, Leiter des Instituts für nachhaltige Wirtschaftsentwicklung der Universität für Bodenkultur in Wien.

"Was wäre, wenn es das Programm der ländlichen Entwicklung, das ja sehr wichtig für die österreichische Landwirtschaft, in Form von einer Milliarde Euro, was hat das für eine Effekt für die landwirtschaftliche Nutzfläche, wenn es dieses Programm nicht gäbe. Die Ergebnisse kurz zusammengefasst sind, im Rahmen dieser Studie, sind die Abnahme der landwirtschaftlichen Nutzflächen und auf dem Rest der landwirtschaftlichen Nutzflächen kommt es zu einer Zunahme der Bewirtschaftungsintensität", sagt Schmid.

Laut Modell würde im Fall, dass die EU-Förderung wegfiele, in einigen Regionen Österreichs die landwirtschaftliche Nutzfläche um 25 bis 30 Prozent zurückgehen; Gebiete stattdessen aufgeforstet werden; kleine Betriebe verschwinden, größere daraus hervorgehen.

Weitere Wechselwirkungen

Abgesehen von diesem Fall-Beispiel will das Forschungsprojekt noch weitere Wechselwirkungen veranschaulichen, erläutert Projektleiter Franz Sinabell vom Wirtschaftsforschungsinstitut WIFO.

"Wir könnten beispielsweise in Form von Karten darstellen welche Auswirkung es hat, wenn um zehn Prozent mehr biologische Landwirtschaft betrieben wird, die Auswirkung auf die Biodiversität, auf die Emission von Treibhausgasen und auch die Auswirkungen auf den Grundwassergehalt, mit Nitrat etwa", meint Sinabell.

Das gemeinsame Projekt von WIFO, Universität für Bodenkultur Wien, Uni Innsbruck, Akademie der Wissenschaften und Europäischer Akademie in Bozen läuft noch bis kommenden Herbst.

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