Catalina Molina, Filmregie

Durch ihren Vater entdeckte sie den Film: Catalina Molina, Jahrgang 1984, gebürtige Argentinierin, die an der Filmakademie Regie studiert. Die erfolgreiche Filmerin, die bereits vielfach ausgezeichnet wurde, war heuer zum renommierten Talent Campus der "Berlinale" eingeladen.

"Mein Vater ist ein großer Filmfreak und so haben wir schon als Kinder Filme von Fritz Lang, von Bergmann und Greenaway gesehen. Ich habe diese Werke damals natürlich zum Großteil nicht verstanden, aber sie haben in mir etwas ausgelöst. Als ich zur Matura meinen Diplomfilm gemacht habe, wurde mir bewusst, wie sehr mir diese Arbeit gefällt. Kunst hatte in meiner Familie immer einen wichtigen Stellenwert. Und so war es mir klar, dass ich gleich nach der Matura die Aufnahmeprüfung an der Filmakademie mache – und es hat glücklicherweise gleich geklappt", erzählt Catalina Molina, Jahrgang 1984, gebürtige Argentinierin aus Buenos Aires.

Durch familiäre Umstände kam sie 1990 mit ihren Eltern, die nach dem Studium Europa zunächst nur besuchen wollten, nach Österreich. Hier wuchs sie in Gröbming in der Steiermark auf.

Seit 2004 studiert die junge Filmerin an der Wiener Filmakademie Regie bei Michael Haneke und Drehbuch bei Walter Wippersberg. Den Bachelor hat sie in beiden Fächern bereits 2009 mit Auszeichnung gemacht.

Studium an ENERC Buenos Aires

2007 absolvierte Molina ein Austauschjahr an der Filmuniversität ENERC in Buenos Aires in Argentinien.

Bei "Berlinale"-Talent-Campus

2011 hat Catalina Molina am renommierten Talent Campus der "Berlinale" teilgenommen.

"Erfreulicherweise wurden mein Produzent David Bohun und ich für den Talent Campus, der ein wichtiges Netzwerk für die Filmbranche ist, ausgewählt."

Soziale Themen im Kontext

"Generell wähle ich eher soziale, politische Themen für meine Filme – und suche darin aber die kleinen Geschichten heraus, die ich in einen größeren Kontext setze. Wichtig ist mir, dass meine Filme berühren", charakterisiert Molina, die besondere Affinität zum Spielfilm hat, ihre Arbeiten.

Preise für "Talleres Clandestinos"

Seit 2004 hat Catalina Molina, die an der Filmakademie ihre ideale Ausbildungsstätte gefunden hat, rund zehn Filme produziert. Zu einer der wichtigsten Arbeiten der erfolgreichen Filmerin zählt ihr 40-minütiger Kurzspielfilm "Talleres Clandestinos":

"Dieser Film handelt – wie der Titel ausdrückt – von heimlichen Nähwerkstätten in Argentinien, in denen Menschen ausgebeutet werden. Produziert wird dort für große Firmen. Die Story beruht auf Tatsachen, die ich recherchiert habe. Es war eine teure Produktion, weil wir mehrmals nach Argentinien fliegen mussten, sowohl für die Recherche als auch für den Dreh und Nachbereitungen. Eine andere wichtige Erfahrung war für mich hier das Casting: ich merkte, dass die Umsetzung mit Schauspielern nicht authentisch ist. Also habe ich mich entschieden, mit Laien zu arbeiten."

Und für diesen Film, der bei der Diagonale 2010 Premiere hatte, erhielt sie unter anderem eine lobende Erwähnung des Festivals – und er war für den Europäischen Filmpreis sowie für den "Studenten-Oscar" nominiert. Und diese Produktion wurde mit dem Deutschen Menschrechts-Filmpreis ausgezeichnet.

Team-Findung bei "Zeitfeld"

Eine andere wichtige Arbeit Molinas war ihr Kurzspielfilm "Zeitfeld", der 2007 entstanden ist:

"Hier geht es um drei Freundinnen, die sich nach vielen Jahren in ihrem Heimatdorf wieder begegnen und eine alte Geschichte aufarbeiten. Bei dieser Story bin ich von der Location, der Hütte, ausgegangen und habe mir vorgestellt, was darin hätte passieren können. Dieser Film war deshalb so wichtig für mich, weil es die erste Arbeit an der Akademie war, die wir selbst organisiert haben. Und ich mich sozusagen freigespielt habe, bei der Umsetzung das zu tun, woran ich glaube – und mein Team gefunden habe."

Zum Team Molinas zählen seither Produzent David Bohun, Kameramann Klemens Hufnagl sowie Cutter Matthias Halibrand.

Filme, die berühren und relevant sind

Ihr jüngstes Projekt „Unser Lied“ erzählt, wie ein junger Musiker alleine für seine dreijährige Tochter sorgt, da die Mutter verschwunden ist und wurde bei der diesjährigen Diagonale als bester Kurzspielfilm ausgezeichnet.

Wie lauten die Zukunftswünsche der erfolgreichen Filmemacherin? "Ich möchte Filme machen, die Relevanz haben und die Menschen berühren. Dass ich dieses Erlebnis, das ich am Kino so liebe, anderen Menschen vermitteln kann", so Catalina Molina.

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