Uni und Familie

Zehn Prozent der Studierenden in Österreich haben ein Kind oder mehrere Kinder. Damit sich Studium und Wissenschaft mit Familie und Kindern vereinbaren lassen, haben viele Universitäten sogenannte "Kinderbüros" eingerichtet.

Zu den Universitäts-Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und zum wissenschaftlichen Personal hat die letzte "Studierenden-Sozialerhebung" keine konkreten Angaben geliefert.

Kinderbetreuung tut Not

Ob eine Krabbelstube als Verein von Studierenden gegründet, ob ein Uni-Kindergarten für die Kinder von Uni-Personal und Studierenden, ob ein sogenanntes Kinderbüro wie jenes der Uni Wien, das Studierenden, wissenschaftlichem sowie nicht-wissenschaftlichem Personal der Uni zur Verfügung steht: Kinderbetreuung tut Not - immerhin haben zehn Prozent der Studierenden zumindest ein Kind.

Verena Seidl-Seiboth, Biotechnikerin an der Technischen Universität Wien, spricht aus Erfahrung - ihre Tochter ist 16 Monate alt: "Es ist so, dass in meinem Forschungsgebiet, der Molekularbiologie, der Fortschritt heutzutage sehr rasant ist. Man kann es sich daher nicht leisten, ein oder zwei Jahre, komplett mit der Forschung aufzuhören. Da man sonst sehr schnell den Anschluss verliert, und es wäre für meine junge Karriere unmöglich noch einmal nach einer zweijährigen Pause wieder anzuknüpfen."

Um die Uni-Laufbahn oder das Studium auch als Mutter oder Vater verfolgen zu können, brauche es mehr Betreuungsplätze - vor allem an den Unis selbst, meint die Wissenschaftlerin.

Neue Broschüre "ABC der Kinderbüros"

Laut Wissenschaftsministerium hat die Vereinbarkeit von Beruf und Familie mittlerweile Eingang in die Leistungsvereinbarungen zwischen Hochschulen und Bund gefunden: sieben Unis haben Maßnahmen zur Verbesserung der Vereinbarkeit als Leistungsziel festgeschrieben.

Nachzulesen auch in der neuen Broschüre "ABC der Kinderbüros". Konkrete Tipps zum Thema bietet übrigens die etwas ältere Broschüre der Österreichischen HochschülerInnenschaft mit dem Titel "Studieren mit Kind": hier werden unter anderem die Ansprüche auf Kinder- und Wochengeld erläutert; Zuschüsse aus dem Europäischen Sozialfonds; Kinderkrippen und Kinderbüros an den Universitäten detailliert beschrieben; aber auch Beratungsstellen speziell für Väter bzw. Mütter aufgelistet.