Manchmal setze ich mich hin - und schaue

Hannes Simmerl Burgis, Maler

Wie ich Ö1 nutze? Ich merke, dass sich mein Radioverhalten geändert hat. Es ist bei weitem selektiver geworden und bewusster - auch wenn in der Früh das Radio-Einschalten einfach (und wie unbewusst) dazugehört. Mit Ö1 in der Früh informiert zu werden, ist ein guter Start in den Tag.

Die meisten anderen Sender sind mir zu gleich, die Buben (acht und zehn Jahre alt, Anm.) wünschen sich manchmal Ö3, aber ich fühle mich schon sehr davon entfernt.

Für mich ist Ö1 einfach ein gutes Informationsmedium, ich höre gern die Journale, auch das Mittagsjournal, auch beim Kochen. Ich teile mir manchmal den Tag so ein, dass ich Kochen und Hören verbinden kann, das ist eine gute Ergänzung.

Früher, als die Kinder kleiner waren oder als ich noch keine hatte, habe ich oft am Abend bis spät in die Nacht gearbeitet. Ich hab' das gern, wenn Ruhe in die Stadt einkehrt, wenn's draußen finster wird. Aber durch den veränderten Tagesablauf mit schulpflichtigen Kindern geht es nur mehr selten, dass ich um zwei oder drei Uhr schlafen gehe. Das Abendprogramm von Ö1, das war schon immer schön, aber ich schaffe es immer weniger, um diese Zeit im Atelier zu sein.

Wenn ich mit Muße Ö1 höre, dann im Atelier oder in der Druckwerkstatt. Ö1 ist eine ideale Ergänzung zum Drucken! Ich glaube, dass man das ganz klar spürt, ob eine Musik passt. Manchmal ist Musik lösend, bringt einen in Fluss, manchmal erfordert sie mehr Aufmerksamkeit und zieht sie von woanders ab. Ö1 erfordert oft mehr Aufmerksamkeit, es ist keine Nebenbei-Geschichte. Manchmal setze ich mich hin - und schaue. Beim Schauen geht das mit dem Hören leichter zusammen, weil da Bilder entstehen. Bei einer Tätigkeit, bei der ich etwas mache und mich konzentriere, da kann ich Ö1 nicht im Hintergrund laufen haben.

Sich Zeit nehmen und schauen, das ist mir wichtig, Es geht mir um das Sehen und Erkennen von Dingen. Ich setze mich hin, höre Ö1, schau meine Arbeiten an und denke nach...