Julia Habenschuss, Flöte

Ihr Vater ist Dirigent: Julia Habenschuss, Jahrgang 1990, die an der Mozarteum Uni Salzburg Konzertfach Querflöte bei Michael Martin Kofler studiert. Seit Februar 2011 hat die erfolgreiche Nachwuchs-Musikerin nun für zwei Jahre eine Akademiestelle beim Bayerischen Staatsorchester in München.

Julia Habenschuss spielt aus Werken von C. Ph. E. Bach, E. Damare, J. Ibert und R. Liebermann.

Carl Ph. E. Bach: Solo-Sonate A-Moll, 3. Satz; Eugene Damare: "Die weiße Amsel", Polkafantasie für Piccoloflöte und Blasorchester; Jacques Ibert: Flötenkonzert, 3. Satz (Ausschnitte).

"Mein Vater war Dirigent beim Linzer Konzertverein. Vor zehn Jahren spielte Heidrun Wagner-Lanzendörfer, die Solo-Flötistin der Tonkünstler, mit meinem Vater im Brucknerhaus das Flötenkonzert von Carl Reinecke.

Ich war in diesem Konzert, und durfte danach auf der Querflöte von Frau Lanzendörfer spielen. Ich war sofort fasziniert von diesem Instrument. Mit acht habe ich dann mit der Querflöte begonnen. Und nach dem ersten Jahr war mir klar: das ist mein Instrument", erzählt Julia Habenschuss, gebürtige Welserin, Jahrgang 1990, über ihre Anfänge.

Seit 2008 studiert sie an der Mozarteum Universität Salzburg bei Michael Martin Kofler Konzertfach Querflöte. Abschließen wird sie voraussichtlich 2012.

Begonnen hatte die junge Musikerin zunächst 2001 mit der Blockflöte an der Bruckner Privatuniversität Linz bei Michael Oman.

Von 2001 bis 2004 besuchte sie den Vorbereitungslehrgang an der Musik-Universität Wien bei Gisela Mashayekhi-Beer, danach bis 2007 bei Janne Thomsen und Bernhard Krabatsch an der Mozarteum Uni Salzburg, wo sie auch das IGP-Studium begann.

Technisch Schwieriges im Fokus

"Am liebsten spiele ich technisch Anspruchsvolles wie zum Beispiel das Konzert von Jacques Ibert oder Werke von Aram Katchaturian und Joaquin Rodrigo", erläutert Habenschuss.

Orchester-Praxis

Seit 2005 konnte die junge Flötistin Orchester-Praxis sammeln: zunächst im OÖ. Jugendsymphonieorchester, bei der Camerata Salzburg, sowie beim Mozarteumorchester Salzburg:

"Beim Mozarteumorchester war eine Karenzstelle ausgeschrieben. Das Probespiel gewannen drei Musiker/innen aus meiner Klasse und ich und wir konnten uns die Dienste aufteilen. Ich durfte bei einer Deutschland-Tournee mitfahren und habe zuletzt das Silvester-Konzert 2010 gespielt."

Akademiestelle in München

Im Vorjahr hatte die junge Flötistin einen besonderen Erfolg: aus 30 Bewerber/innen ging Julia Habenschuss als Siegerin für eine Akademiestelle beim Bayerischen Staatsorchester hervor:

"Ich erhalte dort eine profunde Ausbildung, spiele symphonische und kammermusikalische Konzerte und habe rund 15 Abende in der Münchner Staatsoper", freut sich die erfolgreiche Flötistin, die ihre Stelle im Februar 2011 angetreten hat.

Im Rahmen dieser Ausbildung hat sie bei den Ersten Flötisten Olivier Tardi, Paolo Taballione, sowie bei Stellvertreter Christoph Bachhuber Unterricht.

Erfahrungen als Solistin

Auch als Solistin konnte Habenschuss inzwischen seit dem Jahr 2000 umfangreiche Erfahrungen sammeln:

So spielte sie mit dem Linzer Collegium Musicum das Baston-Blockflötenkonzert, mit der Camerata Wels das Vivaldi-Blockflötenkonzert, mit dem Innviertler Kammerorchester und dem Städtischen Sinfonieorchester Wels das Querflötekonzert in E-Moll von Mercadante, das Mozart-Andante für Flöte und Orchester in Malta, sowie Mozarts Konzert für Flöte, Harfe und Orchester in C-Dur in Linz.

"Eine wichtige Erfahrung war das Solo-Recital, das ich 2005 auf Schloss Puchberg bei Wels gespielt habe. Von ganz besonderer Bedeutung war das Ibert-Flötenkonzert, das ich mit dem OÖ. Jugendsinfonieorchester unter Leitung von Ola Rudner in Schweden sowie im Linzer Brucknerhaus aufgeführt habe - damals wurde man auf mich aufmerksam."

Zahlreiche Preise

Seit 2001 hat die junge Flötistin, die zahlreiche Meisterkurse absolvierte, erfolgreich an Wettbewerben teilgenommen:

So erhielt sie mehrere 1. Preise bei den "Prima la Musica"-Bewerben im Fach Blockflöte (2001-03), im Bereich Querflöte (2001-07) und war 2005 Siegerin in der Kategorie Klavierbegleitung. 2007 erhielt sie den 3. Preis im Fach Querflöte beim "Gradus ad Parnassum"-Wettbewerb.

2009 war Habenschuss Finalistin des 13. Internationalen Friedrich Kuhlau Flötenwettbewerbs in Deutschland. Und 2010 kam sie in die zweite Runde des renommierten ARD-Musikwettbewerbs.

Solistin in erstem Orchester

Wie lauten die Zukunftswünsche der jungen Flötistin?

"Ich will unbedingt die zwei Jahre in der Akademie für meine perfekte Ausbildung als Orchestermusikerin nützen. Mein großes Ziel ist es, einmal in einem ersten Orchester eine Solo-Stelle zu bekommen", so Julia Habenschuss.