Das Kleine Theater in Salzburg

Salzburg gilt vor allem in der Musik-, aber auch in der Theaterwelt als Stätte des Luxus. Selbst für die Festspiele ist das inzwischen obsolet, doch Kellerbühnen strecken sich auch in dieser Stadt nach einer Decke, die fast unerreichbar sein kann. Im Fall des Kleinen Theaters, das nicht nur so heißt, sondern auch eines ist, sind Absturz und Neubeginn Teil der gut 25-jährigen Geschichte.

Kulturjournal, 22.03.2011

Salzburg mit seiner barockes Pracht ist weit: Das Kleine Theater liegt in Schallmos in einem Gewerbegebiet, im Schatten des Kapuzinerberges. Der Schauspieler und Regisseur Markus Steinwender ist seit gut vier Jahres Geschäftsführer des Kleinen Theaters. Er meint, der charakteristische Geruch komme vom Berg, "es ist ja ein Theater, das sich zum Teil im Berg befindet." Vorher war es ein Bierkeller.

Zeit des Aufbruchs

Die 1980er Jahre waren in Salzburg eine Zeit des Aufbruchs, als auch die Politik ein Herz und auch Mittel für alternative Kulturformen hatte. Gefunden hat den Keller vor gut 25 Jahren Claus Tröger - durch Zufall. Der Raum war fürchterlich desolat, erzählt er, "wir waren aber von der Idee so fasziniert, endlich etwas gefunden zu haben, dass wir gesagt haben: Irgendwie schaffen wir das schon."

In den ersten Jahren gab es wechselndes Programm: Jazz, Kabarett, Literatur, vor allem aber: zeitgenössisches Sprechtheater wie zum Beispiel "König Ubu" von Alfred Jarry.

Rettung von privater Seite

Der Erfolg hielt bis in die späten 1990er Jahre, dann musste Claus Tröger sein Theater aufgeben. Eine private Initiative rettete das Haus mit sehr wenig Geld und sicherte das Überleben. Vor gut vier Jahren drohte dem Kleinen Theater wieder einmal das Aus.

Ein paar Künstler aus der Salzburger Szene sprangen ein. "2006 haben wir uns darum bemüht und haben Stadt und Land bedrängt, das Theater am Leben zu erhalten und auch wieder mehr Geld zu geben", so Steinwender. "So haben wir dann am 1.1.2007 das Theater als Kleines Theaterhaus der Freien Szene wiedereröffnen können."

Langsame Renovierungen

Das Kleine Theater hat einen guten Lauf, immer noch: Im Durchschnitt werden 25.000 Besucher pro Jahr gezählt. Stadt und Land geben 125.000 Euro für den Erhalt dieser Spielstätte der Freien Szene Salzburgs, von jeder verkauften Karte bleiben dem Kleinen Theater 30 Prozent - Mittel, die für Betriebskosten und 3,5 Angestellte verwendet werden.

Aus diesem Budget wurden in den letzten Jahren auch einige Adaptionen gezahlt: eine neue Lichtanlage, neue Farbe im Theaterraum und eine neue Künstlergarderobe:

"Das ist hier eine Unisex-Garderobe", sagt Steinwender. "Wir haben die im letzten Jahr renoviert - die war nämlich 25 Jahre alt und teilweise nicht mehr menschenwürdig." Seit neuesten gibt es sogar eine Kaffeemaschine in der Garderobe.

Viel Jugendtheater

Die Garderobe und die sieben mal sieben Meter große Bühne stehen der Freien Szene Salzburgs zur Verfügung. Gespielt werden Komödien, Boulevardstücke, Soloprogramme. Und: viel Jugendtheater, vor kurzem die Uraufführung von "Pflicht oder Wahrheit" von Stephan Lack, ein Stück übers "erste Mal", das die Zuschauer zum Lachen bringt.

Das Lachen soll nicht verebben im Kleinen Theater. Denn solange sich das Publikum gut unterhält, kommt es wieder, kauft seine Karten und sichert den Fortbestand des Kleinen Theaters.

Textfassung: Ruth Halle

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Kleines Theater