"Schuldenabbau und Verwaltungsreform"

Die Hauptaufgabe für den nächsten Finanzminister ist vor allem der Abbau der Schulden, sagt der Chef des Instituts für Höhere Studien (IHS), Bernhard Felderer. Außerdem müsse die Verwaltungsreform vorangetrieben werden, wozu es aber "Zähigkeit" brauche, so Felderer im Ö1 Mittagsjournal-Interview.

"Wir sind im Fokus der Finanzmärkte"

Der Chef des Instituts für Höhere Studien (IHS), Bernhard Felderer im Ö1 Mittagsjournal-Interview am 14.04.2011 mit Paul Schiefer

"Finanzrahmen nicht verlassen"

Ganz Europa und damit auch Österreich seien im Fokus der Finanzmärkte, betont Felderer. Bei drei kleinen Ländern habe man jetzt gesehen, was passiert, wenn ein Land die Rückzahlungsfähigkeit verliert. "Wir müssen aufpassen, dass wir nicht in diese Schusslinie kommen", so Felder. Dass Josef Pröll bereits einen Finanzrahmen bis 2014 festgelegt hat, sei eine Hilfe. Wenn aber einzelne Bereiche die Vorgaben überschreiten, müsse woanders eingespart werden, warnt der IHS-Chef: "Wenn man den Finanzrahmenverlässt, wird das die Finanzmärkte sehr interessieren."

"Zähigkeit" gegenüber den Ländern

An der Verwaltungsreform müsse weitergearbeitet werden, am Ende müsse eine "rationale, für Österreich sinnvolle Lösung stehen, und die gegenwärtige Lösung ist nicht eine solche." Welcher der in Frage kommenden Kandidaten die Aufgabe am besten bewältigen könnte, will Felderer der ÖVP überlassen. Um mit den Ländern zu einem Erfolg zu kommen, brauche es jedenfalls "Zähigkeit", so Felderer.