SPÖ positiv zu Spindelegger

Sehr unterschiedlich sind die Reaktionen der anderen Parteien auf die Entscheidung der ÖVP für Michael Spindelegger als neuen Parteichef und Vizekanzler. Die SPÖ begrüßt die Entscheidung als Signal der Kontinuität, positiv auch die Grünen. Das BZÖ reagiert sehr kritisch, die FPÖ verhalten.

Mittagsjournal, 14.04.2011

SPÖ: Konstruktiven Kurs fortsetzen

Nur zehn Minuten nach Bekanntgabe der Entscheidung für Michael Spindelegger als neuen ÖVP-Obmann hat sich SPÖ-Chef Bundeskanzler Werner Faymann zu Wort gemeldet. Und Faymann hat die Entscheidung begrüßt: Er sei überzeugt, dass mit Michael Spindelegger der "konstruktive Kurs in der Bundesregierung im Interesse des Landes fortgesetzt" wird und "dass wir die kommenden Aufgaben gemeinsam bewältigen werden", so Faymann. Der Kanzler unterstrich, dass er schon mit Spindelegger hervorragend zusammengearbeitet habe.

BZÖ: "Betonierermentalität als Kunstform"

Weitaus weniger freundlich die Reaktion von BZÖ-Chef Josef Bucher, der den neuen ÖVP-Obmann gar als "Hüter des Stillstandes" bezeichnete. Spindelegger stehe für alles und nichts und symbolisiere den Zustand seiner Partei, so Bucher. Er erwartet von Spindelegger auch für Österreich nichts Gutes. Mit ihm werde der "Reformunwillen und die Betonierermentalität zur Kunstform erhoben", so der BZÖ-Chef.

Grüne: "Blockierer in Schulpolitik"

Vorsichtig positiv hingegen Grünen-Chefin Eva Glawischnig, die Spindelegger ihre Wertschätzung ausdrückt und viel Kraft wünscht. Denn auch der neue ÖVP-Chef werde auf Betonmauern stoßen und Spindelegger werde daran zu messen sein, ob er diese Mauern einreißen könne. Bei Integration und Zuwanderung habe Spindelegger Vernunft bewiesen, in der Schulpolitik zähle er aber eher zu den Blockierern, so die Grünen-Chefin.

FPÖ: Bisher nicht aufgefallen

Neutral die Grußbotschaft von FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache an den neuen ÖVP-Obmann. Man werde Spindelegger an seiner inhaltlichen Ausrichtung beurteilen, wenn er zu wesentlichen Fragen Stellung bezogen habe. Bisher sei Spindelegger eher dadurch aufgefallen, dass er nicht aufgefallen sei, so Strache.