Leitl: Spindelegger zu rasch gewählt

Die Wahl Michael Spindeleggers zum neuen ÖVP-Obmann sei zu schnell und oberflächlich gewesen, kritisiert nun der Obmann des ÖVP-Wirtschaftsbundes, Wirtschaftskammerpräsident Christoph Leitl. Er bemängelt vor allem, dass der aus dem Wirtschaftsbund kommende Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner zu wenig Chancen gehabt habe.

"Wir hätten länger diskutieren sollen"

Der Obmann des ÖVP-Wirtschaftsbundes und Wirtschaftskammerpräsident Christoph Leitl im Ö1 Mittagsjournal-Interview am 15.04.2011 mit Gernot Ecker

Zuerst über Ausrichtung beraten

Es wäre möglich gewesen, weitere ein bis zwei Wochen über Ziele und Strategien zu beraten und dann die passende personelle Entscheidung zu treffen, sagt Leitl im Ö1 Mittagsjournal: "In jedem Unternehmen macht man das so." Er traue Spindelegger das Amt zu, aber es wäre auch für ihn einfacher gewesen, wenn man vorher miteinander diskutiert hätte. Dass die Erwartungen an Spindelegger nun nicht ausdiskutiert seien, "das finde ich eigentlich schade".

Mitterlehner kam zu kurz

Und Leitl nennt auch einen Namen, der bei einer solchen Diskussion stärker zum Zug gekommen wäre: "Reinhold Mitterlehner hätte genauso seine Meinung äußern können, und dann hätte man sich ein Bild machen können und eine bewusstere Entscheidung treffen können als das gestern der Fall gewesen ist." Dass Mitterlehner der bessere Obmann wäre, will Leitl nicht sagen, aber er wäre "offen für beide gewesen".