Hannah Winkelbauer, bildende Kunst

Sie vereint Theorie und Praxis: Hannah Winkelbauer, Jahrgang 1987, die an der Kunst-Uni Linz studierte und nun mit Auszeichnung abgeschlossen hat. Ihre Präsidenten-Serie "Ahnengalerie" wurde von der Republik angekauft. Heuer erhielt die junge Künstlerin den Anerkennungspreis des Kulturrings der Wirtschaft OÖ.

"Ich wusste von Kindheit an, dass ich etwas Künstlerisches machen will. Meine Vorstellungen reichten damals von Design, über Modedesign bis zu angewandter Kunst.

In der Matura-Klasse habe ich mich dann für das Kunst-Studium entschlossen. Als Entscheidungshilfe habe ich die Aufnahmeprüfung genommen. Ich dachte: wenn ich aufgenommen werde, ist es das Richtige für mich", erzählt Hannah Winkelbauer, gebürtige Wienerin, Jahrgang 1987, über ihren Beginn.

Ab 2005 studierte sie an der Kunstuniversität Linz bildende Kunst/Malerei und Kunst- und Kulturwissenschaften bei Ursula Hübner. Abgeschlossen hat sie im Juni 2011 mit Auszeichnung.

Von Oktober 2010 bis Februar 2011 absolvierte Winkelbauer an der Accademia di Belle Arti in Bologna/Italien ein Erasmus-Stipendium.

Das Bild vom Menschen

"Mich interessiert das Porträt, das Bild vom Menschen. In meinen Arbeiten reflektiere ich oft über das Bild - es ist also Malerei über die Malerei. Ich arbeite gerne mit Fotos als Vorlage", charakterisiert Winkelbauer ihre Arbeiten.

Beschäftigt hat sich die junge Künstlerin, bei der die Malerei im Zentrum steht, aber auch mit druckgrafischen Techniken wie Siebdruck, Radierungen und Holzschnitt sowie mit Videoarbeiten.

Österreichische "Ahnengalerie" ...

Zu einer der wichtigsten Arbeiten Hannah Winkelbauers zählt ihre Serie "Ahnengalerie", die 2007 entstanden ist, und alle acht österreichischen Bundespräsidenten der Zweiten Republik zeigt:

"Diese Serie entstand nach offiziellen Fotoporträts. Ich habe die Porträts in der jeweiligen Farbe - die ältesten in Schwarz-Weiß, die jüngeren in Farbe - auf Leinwand übertragen und den Hintergrund neutral belassen.

Die Fotografien sind sehr offiziell. Durch die Übertragung in das Medium Malerei sind die Präsidenten-Porträts aber viel greifbarer. Ich habe hier die Menschen, nicht die Bundespräsidenten porträtiert."

... nun in Präsidentschaftskanzlei

Und seit 2009 hängt Winkelbauers Bundespräsidenten-Serie in der Wiener Hofburg:

"Ich habe Bundespräsident Heinz Fischer über meine Serie informiert. Bald danach erhielt ich Antwort von seinem Kulturbeauftragten und es kam zum Ankauf der Porträts", freut sich Winkelbauer.

"Generalprobe" - Vorschau auf Diplomarbeit

Eines der jüngsten Werke Winkelbauers, das Teil ihrer Diplomarbeit ist, ist das Bild "Generalprobe":

"Dieses Bild ist eine Vorschau auf meine Diplomarbeit. Es war eine Herausforderung für mich, vom bildreflexiven, konzeptionellen Malen wegzukommen. Ich wollte mich wieder der figurativ-erzählerischen Malweise zuwenden.

Hier gibt es Bezüge zu Texten und zur Kunstgeschichte. So steht der goldgeschuppte Drache bei Nietzsche für Erhabenheit. Der Titel bezieht sich auf das Bildmotiv - er ist ein Wink, aber keine konkrete Aussage", so Winkelbauer, die gerne Theorie und Praxis verbindet.

Anerkennungspreis der OÖ. Wirtschaft

2011 hat die erfolgreiche Künstlerin den Anerkennungspreis des Kulturrings der Wirtschaft Oberösterreichs beim Wettbewerb "Parallelwelten Jung und Alt" für eine Arbeit aus ihrer Serie "Familie" erhalten.

Zahlreiche Gruppen-Ausstellungen

Seit 2006 war Hannah Winkelbauer bereits an zahlreichen Gruppen-Ausstellungen beteiligt:

Darunter bei der "BestOff 06"-Schau der Kunstuni Linz im Lentos und in der Galerie Paradigma (2006), bei "Clash of Cultures" des György-Kepes-Kunstsymposiums in Eger/Ungarn (2007), bei "Nah-Sehen/Fern-Sehen-Konferenz" an der Kunst-Uni Linz, bei "Mehrfach gewendet - Schlüsseljahre österreichischer Zeitgeschichte" in der Wiener Hofburg, bei "Ich habe nicht genug ihr matten Augen" im Universal Cube der Alten Baumwollspinnerei Leipzig (alle 2008), bei der "Jungen Österreichischen Druckgrafik" im Rahmen der Internationalen Druckgrafik-Triennale Krakau, sowie bei der Eröffnungs-Schau des Atelierhauses "Salzamt" in Linz (alle 2009).

2010 war sie mit einer Siebdruck-Serie, die mit Teresa Fellinger entstand, bei der Schau der besten Arbeiten für den "Preis für junge österreichische Druckgrafik" im Wiener Künstlerhaus vertreten. Heuer stellte sie in "Parallelwelten Jung und Alt" in der Kunstsammlung des Landes OÖ. aus.

Einzel-Präsentationen

Ihre erste Einzel-Schau hatte Winkelbauer 2008 im Wiener Künstler-Lokal "Fluc", wo sie ihre Serie "Ahnengalerie" zeigte.

2010 präsentierte sie "Selbstportraits" im Rahmen von "Kunstzeit 14" in der Katholischen Hochschulgemeinde Linz.

Künstlerinnen-Gruppe "die kumpaninnen"

2009 gründete Hannah Winkelbauer mit ihren Kolleginnen Iris Christine Aue, Esther Strauß und Magdalena Steinleitner die Künstlerinnen-Gruppe "die Kumpaninnen":

"Wir kommen alle aus dem Bereich Malerei, haben in unseren Arbeiten aber ganz unterschiedliche Ansätze. Wir haben gemeinsame Fragen und Interessen. Und in der Gruppe entstehen Dinge, die sich ohne die anderen nicht ergeben würden."

Anfang Juli 2011 trafen sich die jungen Künstlerinnen auf dem ehemaligen Flugfeld Aspern, wo das Projekt "Die Fahnen hissen" entstand.

Anerkennung als Künstlerin

Wie lauten die Zukunftswünsche der jungen Künstlerin?

"Ich würde gerne von meiner künstlerischen Tätigkeit leben können, ohne Nebenjobs, wie es jetzt der Fall ist, ausüben zu müssen. Und natürlich wäre es mir wichtig, fachliche Anerkennung für meine Arbeit zu erhalten", so Hannah Winkelbauer.