Druck auf Damaskus wächst

Das syrische Regime geht weiter brutal gegen Demonstranten vor. Am Wochenende sind bei Armeeeinsätzen wieder mindestens 90 Menschen getötet worden. Das Regime in Damaskus gerät nun aber auch seitens der arabischen Staaten unter Druck. König Abdullah von Saudi-Arabien hat eine Ende des Blutvergießens gefordert und seinen Botschafter aus Damaskus abgezogen.

Morgenjournal, 08.08.2011

"Todesmaschinerie stoppen"

Der saudi-arabische Botschafter in Syrien werde "zu Konsultationen" abgezogen, erklärte Saudi-Arabiens König Abdullah am Sonntagabend. Gleichzeitig rief er die syrische Führung dazu auf, "die Todesmaschinerie zu stoppen und das Blutvergießen zu beenden", bevor es zu spät sei. Saudi-Arabien könne nicht akzeptieren, was sich derzeit in Syrien abspiele. Nichts könne die "Entwicklungen" in dem Land rechtfertigen. König Abdullah rief die syrische Regierung zu umfassenden und raschen Reformen auf. Syrien habe jetzt die Möglichkeit "willentlich zur Vernunft zu kommen, oder in tiefes Chaos gestürzt zu werden".

Internationaler Druck

Damit erhöhte sich der internationale Druck auf Präsident Bashar al-Assad weiter. Der Golfkooperationsrat und die Arabische Liga, UN-Generalsekretär Ban Ki-moon und Papst Benedikt XVI. hatten zuvor bereits ein unverzügliches Ende der blutigen Gewalt gefordert. Ban drang nach mehreren Anläufen erstmals telefonisch zu Assad durch.

Schon 2.000 Tote

Die massiven Proteste gegen Assad hatten Mitte März begonnen. Seither wurden nach Angaben von Menschenrechtsaktivisten mehr als 1.600 Zivilisten getötet und mindestens 12.000 Regierungsgegner festgenommen. Auch rund 400 Angehörige der Sicherheitskräfte kamen bei Zusammenstößen ums Leben. An diesem Wochenende wurden mindestens 90 Menschen getötet. Oppositionelle sprachen sogar von 80 Toten allein am Sonntag in den Hochburgen des Aufstands Deir al-Zor und Homs.