Präsident unter Korruptionsverdacht

In Tschechien gibt es schwerwiegende Korruptionsvorwürfe gegen Präsident Vaclav Klaus. So soll Klaus etwa für Begnadigungen Geld genommen haben. Der Präsident weist alle Vorwürfe zurück, die tschechische Polizei ermittelt weiter.

Abendjournal, 18.10.2011

Begnadigung gegen Geld?

Der tschechische Präsident hat sich den Kampf gegen Korruption auf die Fahnen geschrieben - jetzt steht er aber selbst unter Verdacht. Der Fall, um den es geht, liegt schon einige Jahre zurück: die Polizistin Radka Kadlecova, die wegen Korruption rechtskräftig verurteilt wurde - sie hatte Aufenthaltsgenehmigungen gegen Geld verkauft - wurde von Präsident Vaclav Klaus
begnadigt.

Die Umstände dieser Begnadigung - es gab z.B. keinerlei Begründung für diesen Akt - haben von Anfang an in Tschechien Spekulationen genährt, dass da wohl Geld geflossen sein musste - zumal der Onkel der verurteilten Polizistin ein höchst einflussreicher tschechischer Unternehmer ist.

Vorwürfe und Dementi

Nun hat die Wochenzeitschrift Respekt neue Informationen veröffentlicht - der Arzt, der damals die Polizistin untersuchte, hat sein Schweigen gebrochen. Kadlecova habe ihm damals erzählt, dass ihre Begnadigung erkauft worden sei.

Aus dem Präsidialbüro von Vaclav Klaus hagelt es Dementi: Die Medien würden schon seit Jahren versuchen den Präsidenten hier anzuschütten. Das ist alles eine Lüge der Medien, so Präsidentenberater Vladislav Jakl.

Polizei ermittelt

Der Chefredakteur der so angegriffenen Zeitschrift Respekt kontert: „Wir haben Beweise, es gibt die Aussage des Arztes. Und es gibt Zeugen aus dem Umfeld des Onkels der Polizistin, die ebenfalls von Korruption sprechen“.

Für die tschechische Polizei reicht dieser neue Sachverhalt jedenfalls, um offiziell Ermittlungen aufzunehmen.