Wenn ich es einschalte, nimmt es mich mit
Uta Derschmidt, Musikerin
Meine erste Erinnerung an Ö1 ist Ilse Buck. Es war schon bei meinen Eltern Tradition, Ö1 zu hören - ausschließlich. Damals wurde noch mitgeturnt, das hat sich aber irgendwann einmal aufgehört.
27. April 2017, 15:40
In meiner Jugend hatte ich noch mehr Zeit, um Radio zu hören. Meine einzige Kritik damals war, dass nachmittags zu wenig Musik in Ö1 gespielt und zu viel gesprochen wurde. Die Musik, die mich dann wieder interessiert hätte - Jazz -, lief so spät, dass ich sie nicht anhören durfte. Aber die Art der Präsentation in den Popsendern hat mich schon damals nicht angesprochen. Ich habe mit fünf angefangen, Geige zu spielen, hab die ganz normale klassische Ausbildung durchgezogen. Während des Studiums bin ich lieber ins Porgy & Bess gegangen, anstatt nachts Radio zu hören.
Am häufigsten höre ich in der Früh - "Guten Morgen Österreich". Ö1 ist für mich ein begleitendes Medium. Ich steige oft mitten in Sendungen ein, selbst wenn mir das Thema ganz fremd ist. Ich finde es erstaunlich, wie Ö1 auch heikle Themen, wie gewisse Religionsthemen, so bringt, dass man es auch als moderner Mensch gern hört. Ich höre aber nur selten gezielt eine bestimmte Sendung an. Außer zum Beispiel die "Menschenbilder" oder "Spielräume". Sonst ist mein Tagesablauf zu spontan - noch dazu mit Kleinkind.
Ich kenne kaum ein Gesicht zur Stimme. Nur Renate Burtscher - die mag ich total gern. Auch Bernhard Trebuch, weil er sehr stark meine Hörgewohnheiten trifft. Mit manchen Moderatorinnen und Moderatoren tu ich mich schwer - aber man kann ja abschalten. Manchmal sind mir die Sendungen zu lang. Weil ich das Radiohören ja in den Alltag einbaue, wo's halt geht.
Mit meinen Eltern rede ich oft über das Programm von Ö1, auch mit meinem Freund, der Symphoniker ist - vor allem, wenn die Symphoniker spielen. Mein Vater sagt manchmal: "Also, wenn du von dem Stück eine CD findest, (...) freu' ich mich zu Weihnachten."
Service
gehört.gesehen - Lukas Beck fotografiert Ö1 Hörerinnen und Hörer
Lukas Beck
