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Talentebörse
2011/12

Eva Leonie Fegers, Blockflöte

Siegerin der "Moeck/SRP Competition"

Sie kommt aus einer musikalischen Familie: Eva Leonie Fegers, Jahrgang 1987, die an der Mozarteum Uni Salzburg Konzertfach Blockflöte studiert. Am 2. Februar trat sie mit ihrem neuen Ensemble in Mönchengladbach auf. 2011 gewann die herausragende Flötistin die renommierte "Moeck/SRP Solo Recorder Playing Competition" in London.

Eva Leonie Fegers spielt aus Werken von Castello, Pez, Veracini und Mabry (Ausschnitte).

D. Castello: Sonata seconda (Cembalo: Olga Watts); J. Ch. Pez: "Concerto pastorale: aria, pastorale" ("Hofkapelle München", Solo-Violine u. Leitung: Rüdiger Lotter; Blockflöte: Eva Fegers, Anne Enßle); F. M. Veracini: Sonata op.1 No. 1 (hist. Transkription für Blockflöte u. Basso continuo, Cembalo: Olga Watts); D. Mabry: Solo für Altblockflöte.

"Ich bin in einer sehr musikalischen Familie aufgewachsen. Meine Eltern haben beide zwei Instrumente gespielt, auch meine älteren Brüder. Daher war es von Anfang an klar, dass ich auch ein Instrument erlerne.

Ich habe mich dann mit fünf für die Blockflöte entschieden, weil es für mich das allerschönste Instrument war – sowohl klanglich, als auch optisch. Und dabei bin ich dann auch geblieben", erzählt Eva Leonie Fegers, gebürtige Deutsche aus Mönchengladbach, Jahrgang 1987, über ihre Anfänge.

Nach Ihrer Matura an der Bischöflichen Marienschule Mönchengladbach begann Fegers 2007 mit dem Blockflöte-Konzertfach- und IGP-Studium an der Salzburger Mozarteum Universität bei Dorothee Oberlinger. Abschließen wird sie beide Bachelor-Studien im Juni 2012. Danach plant sie ein Master-Konzertfach-Studium.

Ihre profunde Ausbildung hatte Fegers 1992 mit musikalischer Früherziehung an der Städtischen Musikschule Mönchengladbach begonnen, in deren Rahmen sie auch ersten Blockflöte-Unterricht erhielt. Später kamen die Fächer Klassischer Gesang, Viola und Klavier dazu.

Ausgewählt für die Ö1 Talentebörse wurde Eva Leonie Fegers von Dorothee Oberlinger, der Leiterin des Institutes für Alte Musik der Mozarteum Uni, aufgrund ihrer großen Entwicklung, wie ihr jüngster Erfolg bei der Londoner "Moeck/SRP Solo Recorder Competition 2011" zeigt.

Ein vielfältiges Instrument

"Was mich an der Blockflöte fasziniert, ist ihre Vielfalt: sie reicht von der Garkleinflöte bis zu Flöten, die zwei Meter lang sind.

Und für jede Stilrichtung – vom Mittelalter bis zur Moderne – gibt es eigene Instrumente", schildert Fegers, die sich wegen Dorothee Oberlinger für die Salzburger Mozarteum Uni entschied.

Zahlreiche Preise

Seit 2001 war Eva Leonie Fegers bei nationalen wie internationalen Wettbewerben erfolgreich und erhielt zahlreiche Auszeichnungen und Preise, darunter den Förderpreis der "Nordrheinwestfälischen Sparkassen" (2001 u. 2005), den "Zonta Musikpreis" für die beste Interpretation eines zeitgenössischen Werkes als Stipendiatin der "Musikschule Mönchengladbach" (2005), sowie Förderpreise der "Senioren-Union NRW" und der "Manfred Vetter"-Stiftung (2007).

Als Finalistin des "Wettbewerbs für Neue Musik" der Mozarteum Uni erhielt sie 2010 einen Sonderpreis für einen "besonders publikumswirksamen Beitrag".

Siegerin der "Moeck/SRP Competition"

Im November 2011 feierte Eva Leonie Fegers einen großen Erfolg: sie erhielt den 1. Preis bei der renommierten "Moeck/SRP" Solo Recorder Playing Competition" in London:

"Es ist einer der wichtigsten Blockflöten-Wettbewerbe. Ich konnte es gar nicht fassen, als ich erfuhr, dass ich zu den drei Finalistinnen zähle. Ich habe dann ein Solo-Programm für London einstudiert. Nach meinem Konzert entschied die Jury, dass ich die Siegerin bin", freut sich die junge Flötistin.

Und im November 2012 wird sie in Verbindung mit diesem Preis beim "Greenwich International Early Music Festival & Exibition" mit ihren Ensemble-Kollegen Margit Kovács (Cembalo) und Jonas Nordberg (Theorbe) ein Konzert geben.

Konzert-Praxis

Bereits seit 2004 konnte Eva Leonie Fegers vielfältige Konzert-Praxis sammeln (Auswahl):

So trat sie bei den "Tagen der Alten Musik" in Knechtsteden, im Beethoven-Saal Bonn (beide 2004), sowie mit dem "Ensemblia Mönchengladbach" in ihrer Heimatstadt (2005) auf.

Ihr erstes Solo-Recital gab sie 2006 bei den "Rathauskonzerten" in Mönchengladbach. Weiters war sie beim "Bach Festival Arnstadt" mit dem "Ensemble 1700" (Leitung: Dorothee Oberlinger), sowie im Kaisersaal des Cuvillies Theaters München (beide 2010) zu hören. 2011 spielte sie mit der "Hofkapelle München" Werke von Pez und Bach.

Ensembles

Zu den Ensembles, mit denen Fegers konzertiert, zählen weiters das "La Folia Barockorchester", das "Ensemble Tempesta", sowie ihr neu gegründetes Ensemble "scaturigine di musica", dem Margit Kovács (Cembalo), Dieter Nel (Barock-Cello) und Jonas Nordberg (Theorbe) angehören.

Konzerte von Graz bis Schwetzingen

Zuletzt war Fegers Ende Jänner 2012 mit dem "La Folia Barockorchester" mit Lullys "Ballet des Saisons" in Marburg sowie im Grazer Stefaniensaal zu hören. Am 27. Jänner gastierte sie im Schloss Schwetzingen/Deutschland mit diesem Programm.

Am 2. Februar trat sie im Rahmen der "Rathauskonzerte" in Mönchengladbach auf.

Kammermusikerin und Solistin

Außer auf ihre Konzerte bereitet sich die junge Musikerin vor allem auf den Studien-Abschluss vor.

Wie lauten die Zukunftswünsche der erfolgreichen Flötistin, die auch gerne unterrichtet? "Ich möchte so viel wie möglich als Kammermusikerin und als Solistin mit meinen Ensembles auftreten. Aber auch neue Projekte zum Beispiel mit Performance-Künstler/innen und DJs machen – da gibt es noch sehr viele Möglichkeiten", so Eva Leonie Fegers.

Gestaltung: Matthias Osiecki · 27.01.2012

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