Mehr Chancen für Zuwanderer

Viele Migranten haben eine gute Ausbildung, werden aber in Österreich in schlechten Jobs eingesetzt und dementsprechend schlecht bezahlt. Großes Potenzial gehe hier verloren, sagt auch Sozialminister Rudolf Hundstorfer (SPÖ). Auch Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner (ÖVP) und Integrationsstaatssekretär Sebastian Kurz (ÖVP) sehen Handlungsbedarf.

Mittagsjournal, 24.1.2012

Helga Lazar

Potenzial wird benötigt

Minister Hundstorfer am Rande des Ministerrats in Wien: "Wir können nicht auf der einen Seite nach Fachkräften rufen und auf der anderen Seite, wenn wir sie haben, irgendwie anders verwenden, das passt nicht zusammen." Mitterlehner sieht "ein Problem, gegen das man durchaus ankämpfen muss." Hier lasse man "Ressourcen liegen", so Mitterlehner, der auf Maßnahmen im Bereich der Sozialpartner verweist wie "Mentoring" und "Coaching". Denn aufgrund der demografischen Entwicklung werde man dieses Potenzial brauchen.

Fehlentwicklungen gegensteuern

Beide Regierungsparteien versprechen Maßnahmen, um den Kreislauf - gute Ausbildung, schlechte Jobs und schlechte Bezahlung - zu durchbrechen. So sollen ausländische Ausbildungen schneller anerkannt werden, sagt Integrationsstaatssekretär Kurz. Die Verfahren dauern derzeit lange und viele Menschen wüssten gar nicht, dass sie ihre Qualifikation anerkennen lassen können. Den eklatantesten Fehlentwicklungen müsse man hier kurzfristig gegensteuern, sagt Sozialminister Hundstorfer.

Die Benachteiligung von Zuwanderern, die oft schon jahrelang österreichische Staatsbürger sind, belegt eine Studie der Arbeiterkammer, die zweitausend Migrantinnen und Migranten der ersten und zweiten Generation befragt hat.