Yvonne Rainer im Kunsthaus Bregenz

Raum, Körper, Sprache

Das Kunsthaus Bregenz (KUB) beginnt das Ausstellungsjahr 2012 mit einer umfassenden Schau zum Lebenswerk der Tänzerin, Aktivistin, Filmemacherin und Choreographin Yvonne Rainer.

Kulturjournal, 02.02.2012

Die 1934 in San Francisco geborene US-Amerikanerin entwickelte sich in den 1960er Jahren zu einer Zentralfigur des postmodernen Tanzes. Ihre Arbeiten zu Feminismus, Rassismus und autobiografischen Aspekten erstrecken sich über Tanz, Fotografie, Film und Performance und haben nachfolgende Künstlergenerationen stark geprägt.

Die Ausstellung "Yvonne Rainer. Raum, Körper, Sprache" von 4. Februar bis 9. April 2012, die von aktuellen Live-Performances begleitet wird, ist die erste Überblicksausstellung des komplexen Oeuvres der Künstlerin in Europa. Die Schau wird nach Bregenz anschließend im Museum Ludwig in Köln zu sehen sein.

Entmystifizierung des Tanzes

Yvonne Rainer gehörte als Mitglied des Anfang der 1960er Jahre gegründeten New Yorker Judson Dance Theater zur Avantgarde des postmodernen Tanzes. Künstler verschiedenster Richtungen entwickelten damals gemeinsam mit Profitänzern in Experimenten eine neue Art des Tanzes, die sich um die Entmystifizierung des Tanzes bemühte und zu Meilensteinen wie etwa Rainers "Trio A" (1966) führte. Viele der dort erprobten Elemente, etwa Alltags-Gesten, Wiederholungen und Variationen, beeinflussten den heutigen Tanz. 1970 löste Rainer ihre Company auf und arbeitete in dem basisdemokratischen Tanz-Kollektiv Grand Union weiter.

Ihr Arbeitsschwerpunkt verlagerte sich in der Folge auf das Medium Film - die sechs Spielfilme der Künstlerin sind im KUB alle zu sehen. Erst im Jahr 2000 wandte sich Rainer wieder der Choreographie zu. Bereits vor der Eröffnung der Ausstellung waren in Kooperation mit dem Vorarlberger Landestheater zwei Performances der Künstlerin zu sehen.

Die Inspiration für "Spiraling Down" (2008) zog Yvonne Rainer aus Fußballspielen, alten Filmen, aber auch Facebook und antimilitaristischen Fotos. Bilder aus dem Sportteil der "New York Times" regten sie zu "Assisted Living: Good Sports 2" an, das vor einem Jahr beim Montpellier Dance Festival seine Uraufführung feierte.

Filmdokumentationen

Vereinzelt wird "Trio A" in den KUB-Räumen ebenfalls als Live-Performance aufgeführt. In der Ausstellung gibt es weiters Filmdokumentationen zu Rainers Bühnenarbeiten, sowie Fotos, Notizbücher, Tanzpartituren, Scripts und Ausstellungsplakate. Dazu ist ein Katalogbuch mit bisher unveröffentlichtem Dokumentationsmaterial aus dem Getty Research Institute in Los Angeles zum Schaffen der Künstlerin erschienen.

Für die sechs großformatigen Billboards neben der Seestraße hat Yvonne Rainer gemeinsam mit dem KUB Dokumentationsfotos ihrer bekanntesten Tanz-Performances ausgewählt.

Service

Ö1 Club-Mitglieder bekommen im Kunsthaus Bregenz ermäßigten Eintritt (zehn Prozent).

Kunsthaus Bregenz